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Dienstag, Oktober 28, 2008

So dies und das aus meinem Alltagsleben

Wie ihr gleich, wenn ihr weiter runterscrollt, sehen werdet, habe ich dem letzten Post noch einige schöne Fotos von unserem Ausflug nach Jilong beigefügt. Lohnt sich also, da noch mal reinzuschauen^^
Ansonsten gibt es eigentlich nicht viel Aufregendes zu erzählen. Ich habe einen Tanzkurs angefangen, Choreographietanzen, das habe ich früher mal gemacht und es hat mir sehr gefallen, bis der gnadenlose Stundenplan der 11. Klasse mich dazu zwang, es aufzugeben. Der Kurs hier ist eine Art AG, die Lehrerin ist wohl eine ältere oder ehemalige Studentin. Der Kurs findet allerdings leider in einer abends nicht mehr benutzen Kantine im 2. Untergeschoss statt, das zu der Zeit nicht mehr klimatisiert ist. Aber Schwitzen soll ja gesund sein....
Unsere Lehrerin verbiegt sich bei den Vorübungen so dermaßen, dass mich der Gedanke, wie ich versuche, die Übung nachzumachen, nur noch zum Lachen bringt. Aber ich gebe mein Bestes. Das Tanzen ist auch ganz lustig, nur meist sind die Lieder so schnell, dass man die Schritte niemals im richtigen Tempo schafft. Aber da ich es eh nur mache, um fit zu bleiben und weils Spaß macht, ist das schon ok.
Weiterhin bin ich jetzt Gasthörer in einem Literatur-Seminar. Eigentlich ganz interessant und wenn die Lehrerin was erklärt, verstehe ich sogar erstaunlich viel. Bloß die Studenten nuscheln teilweise so stark, dass ich dann nur noch in die Gegend träumen und an was anderes denken kann. Sehr lustig fand ich auch, als ich zu meiner Sitznachbarin meinte, dass ihr Mitschüler aber sehr schwer zu verstehen sei, erwiderte sie nur: "Ja, find ich auch!". Und ich wunder mich noch, warum ich gar nichts verstehe haha^^
Der Kurs nennt sich "Junge Literatur" und wir lesen Kurzgeschichten und besprechen sie dann in der darauffolgenden Stunde, wobei immer eine Gruppe ein Referat hält (das muss ich als Gasthörer zum Glück nicht). Manchmal kann ich sogar, wenn wir in Kleingruppen diskutieren, was Schlaues dazu sagen, das macht mich dann immer ganz stolz, dass ich verstehe, worüber sie diskutieren ;-)
Oh und große Neuigkeiten: Ich habe endlich ein Fahrrad gefunden!! Clemens und ich hatten ja schon seit einer Weile danach gesucht, aber nie irgendwo einen Fahrradladen oder ähnliches gesehen und auch im Internet waren wir nicht fündig geworden. Als wir dann gestern mit Kanjo, einem Freund von Jamie, den ich noch vom letzten Aufenthalt hier kenne, essen waren, erzählte ich von unserem Problem, ein Fahrrad zu finden und er meinte nur "ach, wieso hier sind doch zwei Fahrradläden die Straße runter!". Da er auch in der Gegend wohnt, kennt er sich aus und nahm uns direkt mit zu dem kleinen (wirklich kleinen) Laden, der ein Sammelsurium an Fahrradteilen und gebrauchten Fahrrädern war und ich wurde doch tatsächlich fündig. Ein schickes weißes Damenrad, dessen Preis wir nach einer Weile auf knapp 40 Euro runterhandelten (wir schlugen sogar noch einen Korb raus)! Clemens wollte auch ein Rad kaufen, aber die dortigen Räder waren leider alle zu klein für ihn. Aber da der andere Fahrradladen schon zu gehabt hatte, haben wir noch eine Chance, da etwas zu finden. Heute morgen konnte ich also als stolzer Besitzer eines neuen Rades zur Uni radeln und mich einen Keks freuen^^ Zum Glück habe ich dann auch eine Bank gefunden, an der ich es anschließen konnte, sonst hätte ich mir die ganze Zeit Sorgen gemacht, dass es geklaut werden könnte...
Fahrradfahren in Taipeh ist allerdings ein bisschen so wie am Samstag auf der Mönckebergstraße, bloß plus gefühlte 1000 Roller.... und leider gehen viele Menschen auch unglaublich langsam mitten auf dem Weg, sodass man häufig absteigen muss, um vorbeizukommen. In den kleinen Straßen ist es nicht besser...sobald einem ein Auto entgegen kommt, muss man sich an den Rand drängen, damit man nicht überfahren wird. Aber immerhin bin ich jetzt in 5 Minuten in der Uni und muss nicht mehr jeden Tag 15 Minuten zu Fuß gehen :-)
Außerdem werden wir anfangen, Radtouren in die Umgegend zu machen, sobald Clemens ein Rad hat. Das wird super!
Falls ihr euch wundert, dass die Fotos nichts mit dem Post zu tun haben...ich wollte nur noch ein paar mehr von der Küste Jilongs posten, weil ich da so viele schöne habe!

Sonntag, September 28, 2008

颱風又來了 ~ Schon wieder Taifun...

Wie man der Betreffzeile schon entnehmen kann, wird uns unser schönes Wochenende mal wieder von einem Taifun versüßt....sprich, sämtliche Reisepläne, die wir hatten, konnten wir über den Haufen werfen und ein Wochenende mehr oder weniger in der Wohnung verbringen. Zuerst regnete es mal wieder nur mit Unterbrechungen und da wir vom letzten Taifun so enttäuscht wurden, verzichteten wir diesmal auf Hamsterkäufe und gingen stattdessen aus. Shengjie hatte ein Wochenende frei bekommen und so trafen wir uns gestern mit ihm und einigen Freunden zum essen in einem japanischen Restaurant namens Watami. Das Essen war unglaublich lecker, frischer, gebratener Fisch, Hühnerteile auf Spießen, Shrimp-Salat....natürlich nicht ganz billig, aber alles noch im Rahmen. Und erst der Erdbeer-Bananen-Shake.....^^
Shengjie muss ja einen Monat Grundausbildung beim Bund machen, bevor er zum Zivildienst kann und so wurde ihm erstmal der Kopf geschoren. Durch die viele Sonne (ja, bevor es Wochenende wurde, schien die Sonne noch wie bescheuert, wo man keine Zeit hatte, an den Strand zu fahren) war er auch ganz dunkel geworden, sah schon ein bisschen anders aus, ein bisschen wie ein Gangster in einem Mafia-Film mit Jackie Chan haha^^
Nach dem Essen gingen wir mit einem Teil der Freunde und Shengjie noch in einen Club in der Nähe unserer Uni, das Roxy 99. Ein netter Club, wo man von den 350 Yuan Eintritt (ca. 6-7 Euro), die man bezahlte, noch 200 für einen Drink verwenden konnte und für den Preis gab es schon Cocktails! wir setzten uns an eine Bar am Rand, da die meisten Plätze reserviert waren und beobachteten das Geschehen. Die Musik war gut, ein wilder Mix aus sämtlichen Musikrichtungen, aber so war wenigstens für alle was dabei. Am Anfang tanzten noch relativ wenig Leute, doch mit der Zeit wurden es mehr und besonders ein beleibter Ausländer (sah wie ein Amerikaner aus) mit Glatze, der die ganze Zeit eine Asiatin angrub und ein Taiwaner, der eine 80er Jahre-Frisur und eine rote Glitzerweste trug, erheiterten uns doch sehr, sodass es eine Menge zu lachen gab. Als dann ein (offensichtlich schwuler) Typ anfing, im Tai Chi Style zu tanzen (zumindest sah es aus wie eine Mischung aus Tai Chi und Tanz), hatte sich der Abend, was die Unterhaltung angeht, schon gelohnt. Nach einer Weile entdeckten einige betrunkene Taiwaner (eine Frau und ein Mann) Clemens für sich und wollten ihn unbedingt zum Tanzen bringen, waren dabei aber leider so dermaßen aufdringlich (und unattraktiv noch dazu....allein schon die stummeligen Zähne von dem einen), dass es eher unheimlich als erheiternd war und wir waren froh, als sie sich endlich entschlossen, von uns abzulassen.
Also blieben wir den Rest des Abends zum Tanzen in unserer kleinen, leicht erhöhten Bar-Ecke, tranken Bier und amüsierten uns über die merkwürdigen Menschen auf der Tanzfläche, ehe wir uns gegen halb zwei auf den Heimweg machten, der zum Glück nur ein zehnminütiger Fußweg war.
Als ich dann heute morgen das erste Mal verschlafen aus dem Fenster blinzelte, sah ich nicht viel.....bei ungefähr fünfzig Metern Sichtweite peitschte der Regen durch die Gegend und es sah absolut nicht einladend aus und dass wir noch Wäsche draußen auf dem (zum Glück etwas abgeschirmten und windabgewandten) Balkon hatten machte es nicht besser. Ich also erstmal die leicht durchnässte Bettwäsche reingestellt und wir konnten uns auf einen Tag im Haus einstellen. Wie schon von den Lehrern angekündigt, scheinen die Herbsttaifune im Gegensatz zu den Sommertaifunen besonders stark zu sein und dieser ist wirklich ein bisschen kräftiger als der letzte. Es weht ganz ordentlich und es fliegen auch Werbeplakate durch die Gegend, der Regen kommt von der Seite und der Wind pfeift ganz gut unter der Tür durch. Wir also doch noch zu Wellcome (ja, der wird mit 2 l geschrieben, ein großer 24-Stunden Supermarkt)) und Hamsterkäufe gemacht, doch leider war das Toastbrot sowohl im Wellcome als auch im 7/11 komplett ausverkauft, sodass wir uns für Cornflakes mit Milch entschieden (natürlich taiwanische, wir wissen ja schließlich um den Milchpulver-Skandal) und noch einige Getränke u.ä. dazu kauften. Den Abend werden wir wohl ähnlich verbringen wie den Großteil des Tages: Gammeln in Reinkultur, sprich lesen, PC spielen, fernsehen etc. Auch mal ganz entspannt :-)
Das beste an dem Taifun aber ist: Morgen fällt der Unterricht aus *hüpf, tanz*, wir können also noch einen Tag länger ausschlafen und gammeln :-) Neidisch?

Letzte Woche haben wir nicht sooo viel unternommen, aber einiges lohnt es sich dann doch zu erwähnen.
Am Montag habe ich einen taiwanischen Film geguckt (in der Uni), "The most distant course". An sich ein sehr interessanter Film, wenn auch, wie viele taiwanische Filme, sehr langsam. Es geht um einen jungen Mann, der an verschiedene Orte Taiwans fährt, um dort die Geräusche der Natur oder typische Geräusche der Gegend aufzunehmen, für ein Projekt namens "Sounds of Formosa". Die Tapes schickt er an die Adresse seiner ehemaligen Freundin, doch dort wohnt mittlerweile eine andere junge Frau, die sich die Tapes anhört und versucht, die Orte zu finden, an denen sie aufgenommen wurden.
Das Ende habe ich nicht ganz verstanden, da der eine Typ in einer der letzten Szenen in einem Taucherranzug durch die Gegend läuft (so ca. 5 Minuten lang ohne Dialoge oder sonstiges) und man ihn atmen hört. Sehr merkwürdig....aber seht selbst, falls ihr an den Film rankommt. Hab leider keine offizielle Webseite gefunden, aber der Blog, auf den ich verlinkt habe, hat sehr nett Fotos von dem Film. Am Dienstag waren wir in unseren Freistunden mal wieder auf dem kleinen Nachtmarkt (die meisten Geschäfte haben natürlich auch tagsüber auf) shoppen, hab eine sehr günstige, tolle, lange Bluse gekauft...arrrghh ich muss anfangen, zu sparen

Ab hier fing plötzlich Blogger an zu spinnen, deswegen fehlt ein Teil des Posts, den trage ich morgen nochmal nach!
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stellen, damit sie meinen Stempel nochmal auf ein Formular stempeln können, auf dem er schon zweimal drauf war. Aber EGAL ich hab jetzt die Karte. Das Geld ist natürlich immer noch nicht drauf, aber man hört ja nicht auf zu hoffen ;-) "Ende September" ist ja schließlich ein dehnbarer Begriff.... Donnerstag haben wir bei IKEA neue Bettwäsche gekauft, weil wir nur eine hatten und die schon seit fast einem Monat benutzten. Danach habe ich noch einen Laden gesucht, in dem ich letztes Mal Schuhe gesehen hatte, die aber noch nicht in meiner Größe da waren, aber evtl. noch kommen konnten. Doch leider fanden wir den Laden nicht wieder...nach langem Hin- und Hergerenne fand ich aber einen Laden, wo sie die Schuhe auch hatten, zum Glück. Durch das viele Umherlaufen waren wir sehr müde und wollten nur noch nach Hause. In unserer Müdigkeit stiegen wir aber leider in den Bus in die falsche Richtung ein und nach einiger Zeit fiel Clemens auf, dass die Gegend so anders aussieht.... Das Problem war nur, dass die Busse hier Runden fahren, d.h. der Bus in die andere Richtung fährt nicht unbedingt an der selben Stelle ab....sprich wir mussten erstmal wieder zurück latschen bis zur letzten Straße, die in unsere Richtung führte, wo wir dann zum Glück auf die richtige Haltestelle fanden. Alles ein bisschen anstrengend und als wir zu Hause waren, konnten wir auch nur noch duschen und ins Bett, weil es schon so spät geworden war. Freitag war zum Glück etwas entspannter. Auf dem Weg nach Hause traf ich noch Susi, eine "Mit-Stipendiatin" vom DAAD, die noch spontan zum Quatschen mit zu uns kam (Clemens hatte noch Unterricht). Susi ist die, die mit ihrem Sohn und ihrem Freund (auch DAAD) in Danshui wohnt. Wir verabredeten uns dazu, die beiden demnächst mal in Danshui zu besuchen. Am späteren Nachmittag läutete der erste Regen schon das Wochenende ein und Clemens und ich widmeten uns mal wieder einem Tempelbesuch im Longshan-Tempel. Es soll ja schließlich alles glatt laufen! Auf dem angrenzenden Markt gab es einen Stand, der frische Riesengarnelen verkauft, da konnte ich natürlich nicht nein sagen. Meine Finger sahen zwar aus wie Sau nach den Dingern, aber sie waren einfach unglaublich lecker...noch mit so einer Knoblauchsoße....mmmhhh (krieg irgendwie grade Hunger....). Ach ja, diese Nachtmärkte haben schon echt was für sich, immer was los, immer leckeres, günstiges Essen und billige Souvenirs u.ä. Wirklich eine gute Erfindung! Soviel also zu letzter Woche. Diesmal habe ich den Text mit Fotos von unserem Campus und von der Aussicht vom Balkon hinter meinem Klassenraum aus aufgelockert. Ach ja und ein paar Fotos von dem Nachtmarkt (inklusive dem Stand mit den unglaublich leckeren Garnelen, das letzte Foto :-))

Im Fernsehen werden während eines Taifuns nebst im Regen stehenden, hektisch ins Mikrofon brüllenden Reportern auch immer angezeigt, welche Gebiete und Städte Taiwans am heutigen bzw. am nächsten Arbeitstag zur Arbeit und zum Unterricht müssen und welche nicht, daher ist mir diese Information heute schon bekannt :-)

Sonntag, September 14, 2008

Huuuu Taifuuuun

So, es ist Wochenende, da hat man mal wieder Zeit und Lust zum Blogschreiben.
Die letzte Woche war ja meine erste Uniwoche und somit ist mein Tagesablauf jetzt ziemlich geregelt und gleichbleibend. Die ersten paar Tage waren ein wenig chaotisch, weil wir wie gesagt in den falschen Kurs gesteckt wurden und jeder einem was Anderes erzählte, wann und wie man denn nun tauschen könne. Am Dienstag hörte ich mir noch zwei verschiedene Kurse an und entschied mich schließlich für einen von 10:20 bis 12:10, wo mit Buch 5 gearbeitet wird, das Gleiche, was mir mein Lehrer in Deutschland auch mal gezeigt hatte. Endlich im richtigen Kurs! Die Lehrerin ist wirklich nett und total lustig und die Atmosphäre ist entspannt. Im Kurs, in dem ich vorher war, war die Lehrerin sehr konservativ gewesen, sie bestand etwa darauf, ein bestimmtes Heft für die Hausaufgaben zu benutzen und JA KEIN ANDERES und wir sollten keine eigenen Lernmethoden anwenden sondern nur die der Frau Lehrerin, denn sie weiß ja, was gut für uns ist... In dem Kurs, wo ich jetzt bin, ist die Lehrerin viel entspannter und man kann in Ruhe lernen, auf welche Art man möchte. Sie erklärt auch alles sehr gut, sodass ich mich jetzt echt nicht mehr beklagen kann. Das einzig Blöde ist, dass ich mich gerade mit einer Japanerin, Mai, aus dem alten Kurs angefreundet hatte. Hoffe, dass wir vielleicht mal die Gelegenheit haben, uns außerhalb des Unterrichts zu treffen. Hoffe auch, dass ich mit ihr ein bisschen mein Japanisch auffrischen kann, damit ich nicht komplett alles vergesse...
Clemens' Unterricht ist nachmittags von 14:20 bis 16:10, von daher essen wir jetzt immer zusammen Mittag, danach geht er in den Unterricht und ich in die Bibliothek, um meine Hausaufgaben zu machen, während Clemens seine morgens macht, wenn ich im Unterricht sitze. In der Mittagspause gehen wir dann häufig auf den nahe gelegenen Markt, um dort was zu essen oder ein bisschen zu bummeln. Sehr entspannt.
Laut den neuen Visa-Bestimmungen muss jetzt jeder Student 15 Stunden Unterricht die Woche vorweisen und somit haben die sich das am Mandarin Training Center (MTC) so ausgedacht, dass man zusätzliche Kurse machen kann, damit man auf die 15 Stunden kommt. Lustigerweise zählt Lernen in der Bibliothek auch dazu, sodass man sich auch dafür Stunden gutschreiben lassen kann. Freitag habe ich rausgefunden, dass man sich auch DVDs ausleihen und die über Kopfhörer in einem Raum mit ganz vielen Fernsehern und DVD-Playern gucken kann, was dann als "Hörverständnis-Übung" gilt. Sehr praktisch :-) Hab mir einen sehr netten Film ausgeliehen, der sich "Summer's Tail" nannte und mir wirklich gut gefiel, vor allem wegen der wirklich netten Filmmusik.
Die richtigen Extra-Kurse (Chinesisch kochen, Kalligraphie o.ä.) fangen leider erst übernächste Woche an, also muss ich mir die Stunden wohl bis dahin durch Bibliothek-Sitzen und Filmegucken erarbeiten :-)
Wenn Clemens und ich nachmittags nach Hause kommen, machen wir meist nicht mehr viel mehr als Fernsehen und Essen, weil wir auch irgendwie müde vom Tag sind. Somit haben wir in der letzten Woche auch nichts Erwähnenswertes unternommen.

Falls ihr euch jetzt wundert, was das Alles, mit dem Titel des Posts zu tun hat....Geduld....das kommt jetzt.
Es war nämlich fürs Wochenende ein Taifun angekündigt, die Nachrichten berichteten dauernd davon und alle warnten uns, bloß vorsichtig zu sein und Vorräte fürs Wochenende zu kaufen, falls man nicht rauskann oder alle Läden zumachen usw. Wir kauften also massenweise Tütensuppen und Tiefkühl-Dumplings und machten uns auf einen schlimme Sturm, durch die Gegend fliegende Sachen und umgestürzte Bäume gefasst. Die Bilder im Fernsehen von den Küstengebieten waren auch auf jeden Fall sehr eindrucksvoll.
Tja, es fing irgendwann an zu regnen, also ziemlich stark, und wir warteten auf den schweren Sturm, doch ... irgendwie passierte nichts. Man hörte nicht mal was von dem Regen, wenn man nicht grade das Fenster auf hatte. Na ja, das Zentrum des Taifuns sollte ja auch erst gegen Samstagabend kommen, also vielleicht waren das nur die Vorboten, dachten wir uns. Es wurde Abend, doch es änderte sich nichts. Vergeblich warteten wir auf einen Grund für unsere Hamsterkäufe und die Warnungen von Lehrern und Freunden. Nachdem ein Freund noch seinen Besuch bei uns abgesagt hatte, weil der Wind so stark sei, beschlossen wir, DVDs zu kaufen, um uns irgendwie den Abend zu vertreiben, nachdem wir schon den ganzen Tag drinnen mit Lernen und ähnlich aufregenden Tätigkeiten verbracht hatten. Mit Regenjacke gerüstet ging es nach unten und ... es regnete. Aber mehr auch nicht. Es war nicht mal windig. Und kalt war es auch nicht. Man konnte sogar noch einen Schirm halten. Irgendwie nicht schlimmer als Sommer in Hamburg ... laaaangweilig. Wir waren richtig enttäuscht. Keine Sachen flogen durch die Gegend, keine Bäume auf der Straße....gar nichts. Wir verstanden die Panikmache nicht und gingen DVDs kaufen.
Heute regnet es zwar immer noch, aber wie gesagt, total unaufregend. Ich frag mich ernsthaft, wie hier ein schlimmer Sturm aussieht. Immerhin können wir froh sein, dass wir uns umsonst Sorgen gemacht haben. Aber mal ganz ehrlich ... ich hab in Hamburg schon schlimmeres Wetter gehabt und da gibts keine Taifune :-)
In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern ein bisschen Sonne und wenig Regentage im bald nahenden Herbst. Bin schon gespannt, wie das Wetter hier im Herbst ist.

ps: Um den Text etwas aufzulockern, habe ich endlich mal ein paar Fotos unserer Wohnung gemacht, damit ihr euch ein Bild davon machen könnt, wie wir hier so leben. Ich bin besonders angetan von der Tapete hinter dem Sofa^^ Die Treppe geht übrigens zu dem halben Stockwerk hoch, wo unsere Matratze liegt.
pps: Falls ihr heute noch auf den Blog guckt, könnt ihr, wenn ihr etwas nach unten scrollt, vielleicht auf dem Satellitenbild auf der linken Seite noch den Taifun sehen :-)

Freitag, September 05, 2008

Garnelen und Räucherstäbchen

Die letzten paar Tage haben wir nicht sonderlich viel unternommen. Meistens haben wir morgens beim Frühstück auf dem Spielfilmsender amerikanische Filme mit chinesischen Untertiteln angesehen, also sind wir vor 13 Uhr meist nicht raus gekommen. Sehr entspannt :-)
Mittwoch sind wir dann nochmal nach Ximending (das Vergnügungsviertel...also Geschäfte, Restaurants und Bars), weil ich noch mit Clemens welche von diesen kleinen, bunten Automatenfotos machen wollte. Wir sind erstmal zum Essen in ein lecker aussehendes japanisches Restaurant, das irgendwie total leer war und wo im Hintergrund japanische Pling-Pling-Musik in viel zu laut spielte (die aber irgendwie cool war^^) und haben dort ein paar Sachen ausprobiert, von denen wir nicht genau wussten, was drin ist. So essen wir meistens hier :-) Die Nudeln waren ganz lecker, aber die frittierten Bällchen enthielten irgendsolche komischen Fischviecher mit Tentakeln (ich mag Sachen mit Tentakeln drin generell nicht), von daher ließen wir einige davon stehen. Aber ansonsten ein nettes Restaurant, sehr schick eingerichtet.
Danach sind wir dann zu einem dieser bunten Fotoautomatenläden gegangen. Die sind unglaublich bunt...und leider sind alle Automaten auf Japanisch. Zum Glück hat uns ein Mitarbeiter ein bisschen geholfen, Hintergründe auszusuchen (man hat ungefähr 10 Sekunden Zeit unter viel zu vielen Hintergründen für die Fotos auszusuchen, sprich man nimmt einfach irgendwelche) na ja und dann rein, gepost und die Fotos bunt verziert (natürlich auch mit Zeitlimit, muss ja alles schnell gehen...warum auch immer). Sind echt nett geworden.
Danach sind wir noch durch einen großen Laden gelaufen, in dem es so ziemlich alles gibt und ich habe mir dort unter anderem ein unglaublich niedliches Stoffschweinchen gekauft (es heißt 豬豬 "dschu dschu", sowas wie Schweinchen). Auf dem Foto seht ihr 豬豬s Mama^^ Die war auch toll, aber leider ein bisschen groß....Oh, irgendwie hab ich schon wieder total viel über einen ziemlich ereignislosen Tag geschrieben. Hoffe, ihr habt noch Lust auf mehr?! :-)
Gestern wollten wir eigentlich an den Strand. Nachdem wir mehrmals probiert haben, Shengjie anzurufen, der uns versprochen hatte, irgendwann mal mit dem Auto mit uns zum Strand zu fahren, entschlossen wir uns zu einem Strand zu fahren, der mit der Bahn zu erreichen ist. Wir waren grade aus der Tür, als Shengjie anrief und nach kurzem Gespräch meinte, wieso wir denn zum Strand wollten, es würde schließlich bald regnen und...in dem Moment donnerte es. Er schlug vor, dass wir doch lieber mit ihm zum Tempel gehen sollten und er uns dann zeigt, wie man dort richtig betet. Schweren Herzens und mit Blick zum bewölkten Himmel entschieden wir uns dann gegen den Strand und fuhren abends zum Tempel. Aber nicht, ohne vorher noch einige taiwanische Eigenheiten präsentiert zu bekommen. Zuerst wurden wir zu 豆花 eingeladen, das ist eine Art Quark aus Sojabohnen, wo man dann verschiedene Soßen und andere nicht-identifiziertbare Sachen raufmachen kann. Wir entschieden uns für Erdnuss (das Einzige, von dem wir erkennen konnten, was es war^^). War trotz des etwas abschreckenden Aussehens ziemlich lecker. Danach fuhr Shengjie mit uns zu einer Halle, in der man aus einem großen Becken Riesengarnelen angeln konnte. Er versuchte, es Clemens beizubringen, damit wir uns ein Mittagessen angeln konnten, doch es war nicht einfach, da Garnelen nicht richtig zubeißen und man nie weiß, wann sie an der Angel hängen. Ich habe nur zugesehen, mir taten die Viecher irgendwie leid....ich konnte auch nicht hinsehen, als sie später mit Spießen versehen und für den Grill vorbereitet wurden (direkt in der Halle). Wir hatten nur 5 und wären niemals satt geworden, hätte nicht ein Mann uns aus purer Nettigkeit (oder vielleicht war es, weil wir
Ausländer sind?), ein Teil seines Fangs geschenkt. Der Angelprozess war schon unangenehm und der Zubereitungsprozess irgendwie auch (ich meine sie hatten noch Beine...und Kopf >_<) und ich hab die meiste Zeit nicht hingesehen, aber ich muss eingestehen, dass sie einfach unglaublich lecker waren...also UNGLAUBLICH lecker! Vor allem mit dem leckeren Taiwan Beer dazu... Danach ging es dann wirklich zum Tempel. Shengjie war so nett, uns alles ganz genau zu erklären und so verbeugten wir uns mit unseren dort gekauften Räucherstäbchen vor unterschiedlichen Göttern (es gibt sogar einen, bei dem man für gute Examensergebnisse beten kann), die meisten waren für Gesundheit zuständig. Bei jedem von ihnen konnte man einen Wunsch oder eine Hoffnung aussprechen, wenn man wollte. Bei jedem großen Kessel, an dem man vorbeikam, warf man dann ein Räucherstäbchen rein. Wirklich sehr interessant.
Das anschließende Orakel war uns irgendwie nicht so gut gesonnen, die beiden Hölzchen, die man werfen musste, blieben einfach nicht richtig liegen. Also ließen wir es irgendwann. Shengjie meinte nur, dass der Gott wahrscheinlich die Frage nicht richtig verstanden hat (man muss eine Frage stellen). Und dabei wurde uns extra gesagt, dass die Sprache egal ist. Na ja. Wir nahmen also unsere Kekse, die wir den Göttern als Opfer hingelegt hatten, wieder mit - Shengjie erklärte, dass wir sie essen müssen und uns das Kraft gibt (oder so ähnlich), kauften noch einige Glücksbringer (auch dafür muss man einen Wunsch aussprechen und sie über dem Rauch der brennenden Räuchrstäbchen im Kessel schwenken) und gingen zum nahe gelegenen Nachtmarkt. Dort wurden Alkohol mit eingelegten Schlangen und ähnlcih kuriose Dinge verkauft, aber keiner von uns wollte Schlagen essen, also gingen wir nach einer Weile wieder und schauten uns noch einen kleineren Nachtmarkt daneben an, wo es viele kleine, jahrmarktartige Stände gab. Wir warfen Pfeile auf mit Wasser gefüllte Ballons und gewannen einen kleinen, laufenden Plastikaffen :-)
Ein netter Abend und eine gute Alternative zum Strand.
Über die Einführungsveranstaltung der Uni heute schreibe ich dann morgen in einem neuen Post. Man muss ja ein bisschen Spannung lassen ;-)

Fußnote: War gaaaanz spannend, das Angeln, seht euch das Foto an ;-)

Sonntag, August 31, 2008

Mit der Seilbahn durch die Berge zu den Teeplantagen in Maokong - klingt doch gut, oder?

Nach dem kulturellen Ausflug ins Museum stand für Samstagabend wieder etwas Entspannung an: Mit einem Kumpel, den ich noch vom letzten Urlaub hier kannte und einem seiner Arbeitskollegen fuhren wir in einen Vorort Taipehs, um uns in einem dortigen Stadion ein Baseballspiel anzusehen. Die beiden nahmen uns auf ihren Motorrollern mit. Die Fahrt hat echt Spaß gemacht, vor allem als wir über einen Fluss gefahren sind und man eine tolle Aussicht über die Stadt hatte.
Mag Rollerfahren :-)
Man muss vielleicht dazu sagen, dass Baseball hier in Taiwan sowas ist wie Fußball in Deutschland. Das Spiel war jedenfalls echt nett. Es dauerte ungefähr 3 Stunden mit einer 15minütigen Pause dazwischen. Die Atmosphäre war auch sehr nett. Die ganze Zeit kamen aus Lautsprechern Anfeuerungsrufe, die von den meisten Zuschauern mitgesungen und durch rhythmisches Aneinanderschlagen von hohlen Plastikbaseballschlägern begleitet wurde. Die, die diese tollen Dinger nicht hatten, bedienten sich leerer Plastikflaschen, um damit auf die unbesetzten, vorderen Plastiksitze (ja, man schwitzte ganz gut dadrauf) zu schlagen. Insegsamt eine sehr ausgelassene und entspannte Stimmung, die noch durch Taiwan Beer und Snacks ergänzt wurde.
Es war allerdings gestern ziemlich schwül, was der einzige Wermutstropfen an dem Ausflug war, da man ja die ganze Zeit über draußen saß. Immerhin unter einem Sonnendach, aber es war dennoch sehr heiß. Während des Spiels kam noch eine ehemalige Mitstudentin des einen Arbeitskollegen dazu, mit der wir dann später noch auf einen kleinen Nachtmarkt zum Essen gingen. Die ganze Zeit wollten die anderen uns dazu bringen, diesen widerlichen Stinke-Tofu (der heißt wirklich so....und er riecht auch so) zu probieren...ich mag schon normalen Tofu nicht besonders....haben uns erfolgreich gewehrt!
Zur weiteren Abendgestaltung entschieden wir uns für Bowling, doch das nahe gelegene Bowlingcenter war so überfüllt, dass wir mindestens 40 Minuten hätten warten müssen und so machten wir uns mit den Rollern (ich sollte jetzt bei dem Mädchen mitfahren, weil, wie sie mir erklärte, es ja besser sei, wenn Mädchen mit Mädchen mitfahren.....) auf zu einem anderen Center, in dem neben Bowling noch diverse andere Unterhaltungsmöglichkeiten angeboten wurden (Billard, Computerspiele, Darts, sogar einen riesigen Manga-Lesesaal gab es....). Dort konnte man zu einem Festpreis 3 Stunden lang alles nutzen. War ganz lustig, aber irgendwie war nicht mein Tag für Bowling, ich warf einen Pudel nach dem anderen und bekam von den schweren Kugeln auch noch übelste Nackenschmerzen. Also ließ ich es und ging was anderes spielen :-)
Wir fuhren mit den beiden Männern zurück in die Stadt (lustigerweise wohnt der eine in unserer Straße) und kamen so gegen 3 ins Bett. Na ja, es war ja Samstag^^

Heute haben wir erst mal den halben Sonntag vor dem Fernseher gegammelt, Wäsche gewaschen etc. ehe wir uns dann nach einem kurzen Trip zu einem Gitarrenladen, wo ich mir neue Saiten einziehen ließ, entschlossen, noch einen Ausflug nach Maokong zu machen, wo man mit einer Seilbahn hinfahren kann. Sah in dem Prospekt alles sehr nett aus. Nach einer relativ langen Fahrt bis zum Taipeh Zoo (von wo aus die Seilbahn losfährt), stellten wir fest, dass der Sonntag ein ganz schlechter Tag für solche Ausflüge ist....denn irgendwie schien sich halb Taipeh dazu entschlossen zu haben, heute nach Maokong zu fahren. Jedenfalls war alles voller Menschen und sogar um zum Ticketkaufen in das Gebäude gelassen zu werden, musste man eine Nummer ziehen und sich in eine Schlange einreihen, die bis zum Horizont ging (gefühlt). Na gut, versuchen wir's mal mit dem Zoo, dachten wir uns, der ist ja direkt nebenan. Es sah relativ leer aus. Als wir näher kamen, merkten wir dann auch warum: Er hatte schon seit einer halben Stunde geschlossen.
Waren irgendwie plötzlich wesentlich weniger motiviert als noch vor unserer Abfahrt, wo wir es noch für eine tolle Idee hielten, Maokong zu besichtigen....
Uns blieb nichts anderes übrig, als wieder zurück zu fahren, doch um den Nachmittag nicht ganz zu vergeuden, fuhren wir ins Vergnügungs- und Shoppingviertel Ximending, das wir uns sowieso schon lange mal ansehen wollten.
Ach ja ich vergaß zu erwähnen, dass wir eigentlich auch die ganze Zeit was essen und trinken wollten, doch da man in der Bahn und auf den Stationen weder Essen noch Trinken darf, es immer wieder verschoben hatten und uns in Ximending schließlich hungrig für eins der ersten Restaurants entschieden, an dem wir vorbeikamen (nur um nicht wieder aus großem Hunger heraus und weil es schnell geht bei McDonalds zu landen). Das Essen war ziemlich reichlich und als Vorspeise gab es eine richtige Pilzcremesuppe ohne dieses eklige Gewürz, was sie sonst überall reinpacken :-). Heaven! Das Fleisch im Hauptgang hatte leider etwas zuviel Gourmet-Powder gesehen, aber der Rest des Essens war vollkommen in Ordnung. Außerdem hat Clemens mich eingeladen^^
Na ja und ordentlich Sachen gekauft haben wir danach natürlich auch (wir sollten echt mal damit aufhören). Hab jetzt endlich eine Sonnebrille. Und ein unglaublich niedliches T-Shirt mit einer Wäscheleine, auf der unterschiedliche Shirts hängen - alle aufgenäht. Und das für nur etwas mehr als 10 Euro! Also war unser Abend doch noch gerettet hehe.

Freitag, August 29, 2008

Anfang dieser Woche haben wir nicht viel Aufregendes gemacht, abgesehen von Ausflügen zu IKEA, um weitere Haushaltsartikel zu besorgen. Jetzt haben wir Tisch "Ingo" (es war der Billigste), zwei Hocker, deren Namen ich vergessen habe, ein kleines Badezimmerregal "Vacker" und diversen Kleinkram, wie z.B. einen Badezimmerteppich namens "Näckten" und einen Wäscheständer "Jäll" (ich liebe diese Namen^^ Besonders toll ist auch unsere Schlafzimmerlampe "Lampan"^^).
Gestern haben wir dann mal wieder einen Ausflug gemacht und zwar ins Grand Hyatt Hotel (圓山大飯店). Ich war zwar schonmal da gewesen, doch es war auf jeden Fall einen zweiten Besuch wert. Unglaublich riesig und beeindruckend thront es am Berghang, mit einem nicht verachtenswerten Ausblick auf Taipeh und den Fluss Jilong. Richtig gelesen, es liegt am Berghang....das hieß für uns erstmal Stufen raufsteigen bei um die 30 Grad. Das Wetter war zum Glück nicht ganz so schwül gestern, man kam aber trotzdem einigermaßen ins Schwitzen. Na ja, Drinnen wars ja gekühlt :-) Echt irre schön, das Hotel. Es war wohl früher ein von Japanern erbauter Tempel (als die Taiwan besetzt hatten) und wurde dann nach und nach immer mehr ausgebaut und höher gebaut, bis es seine heutige Form bekam. Von Madame Chiang Kai-Shek wurde es dann wohl zum Hotel gemacht, um internationale, wichtige Gäste unterzubringen.

Nachdem wir uns ausgiebig umgesehen hatten, beschlossen wir, unserem Reiseführer zu folgen und noch einen Schrein für die Märtyrer des Krieges zu besichtigen, der in der Nähe des Hotels liegen sollte. Wir dachten uns, dass bei dem einigermaßen erträglichen Wetter ein Spaziergang ganz nett wäre und gingen zu Fuß. Leider war der Schrein aus unerfindlichen Gründen geschlossen, weswegen wir nur ein Foto machten und uns an die Bushaltestelle stellten, um den Weg (der zum großen Teil in der Sonne lag) nicht nochmal zu Fuß zurücklegen zu müssen. Leider kamen alle möglichen Busse im 5-Minuten Takt, bis auf die drei Linien, die wir nehmen konnten. Also entschieden wir nach einer Viertelstunde, doch zu Fuß zu gehen. Der Weg zurück zur MRT-Station war nicht ganz kurz und wie erwartet kam der Bus, als wir fast da waren. Na ja. Was solls.
Da in der Nähe des Hotels der bekannte Shilin-Nachtmarkt liegt, statteten wir dem noch einen Besuch ab. Die Nachtmärkte hier sind sehr typisch für die Insel. Mit einem deutschen Markt haben sie nicht viel gemeinsam. Der Shilin ist der größte Taipehs und er ist wirklich unglaublich riesig und man bekommt echt ALLES dort. Von diversen Köstlichkeiten über sämtliche Arten von Klamotten *freu*, Schmuck, Schuhe etc. etc. Sogar Haustiere werden in einem Teil des Marktes verkauft. Man kann wirklich Stunden dort verbringen und hat immer noch nicht jede Ecke gesehen. Wir waren schon zum zweiten Mal da gewesen und haben noch eine Menge Neues entdeckt. Unter anderem haben wir festgestellt, dass die kleinen Küchlein, die an jeder Ecke verkauft werden (sowas Ähnliches wie Schmalzkuchen nur weniger fettig und ohne Puderzucker), unglaublich lecker sind ^____________^

Heute haben wir uns dann mit einer Gruppe Freunden von der Summer School getroffen und sind zusammen zum Nationalen Palastmuseum gefahren. Als ich das letzte Mal da war, waren noch überall Bauarbeiten, doch diesmal war alles fertig. Sah sehr schön aus (in einem der älteren Posts ist noch ein Foto). Leider musste ich den vollen Preis bezahlen, weil der Studentenausweis vom MTC aus irgendwelchen komischen Gründen nicht anerkannt wird.....merkwürdigerweise haben sie aber Clemens' deutschen Studentenausweis anerkannt, was sonst nie geht. Den hatte ich natürlich nicht mit.....
Die Ausstellungen waren sehr interessant. Ich wollte natürlich als Erstes den berühmten Jadekohl sehen, der im Reiseführer als "die Mona Lisa Taiwans" gepriesen wird. Es ist ein...na ja... Chinakohl aus Jade, der ziemlich echt aussieht und der irgendwie aufgrund der Aussprache des altchinesischen Wortes dafür für Unberührtheit stehen soll. Die Insekten auf ihm stehen wiederum für Fruchtbarkeit. Ich hatte ihn mir sehr spektakulät vorgestellt, aber er war vor allem...relativ klein. Na ja, schon sehr schön gearbeitet und so, das geb ich zu, aber warum das Ding so berühmt ist, verstehe ich nicht ganz. Und warum eigentlich gerade ein Kohl?!
Interessant war auch ein Stein, der so geschliffen worden war, dass er einem Stück Fleisch ähnelte. Mit Schwarte. Davon konnte man auch Postkarten und Modelle kaufen. Ebenso von dem Kohl. Hab mir natürlich gleich einen Kohl-Schlüsselanhänger gekauft :-)
Der Museumsbesuch war allerdings insgesamt etwas anstrengend, weil die anderen das Museum schon kannten und sich offensichtlich gelangweilt haben. Wobei sie das Ganze vorgeschlagen hatten.....aber na ja. Der Garten, den man sich neben dem Museum noch ansehen konnte, war auch sehr schön angelegt und schön gepflegt. Wir werden wohl während unseres Jahres hier noch häufiger in das Museum gehen und uns dann mal alles in Ruhe ansehen. Hoffentlich sind dann auch nicht so viele japanische Reisegruppen da.....das waren wirklich unglaublich viele....also UNGLAUBLICH viele Japaner. Alles voll mit denen.....wie meine Mama einmal sagte: "Japaner treten immer in Rudeln auf" haha^^
Nach einem kurzen Besuch einer Eisdiele beim Shilin Nachtmarkt, wo es wieder dieses leckere taiwanische Eis gab ("Schnee-Eis" heißt es übersetzt. Es sieht auch wirklich wie Schnee aus), waren wir dann auch froh, unsere Füße endlich mal ausruhen zu können.

Donnerstag, August 28, 2008

Aktuelles und Nachträge

Gestern sind wir endlich in die neue Wohnung gezogen! Also in die Richtige...
Ich war vormittags noch von Arbeitskollegen von Jamies Vater zum Essen eingeladen worden, deren eine Tochter bald anfängt, Germanistik zu studieren und die mit mir Sprachaustausch machen wollte. Die essen hier immer alle so wahnsinnig früh....um halb 12 gibt's schon Mittag. Bin ich natürlich nicht gewöhnt (ich steh ja manchmal erst um halb 12 auf...) und deshlab krieg ich meistens auch nichts runter. Meinte noch zu Eric (Jamies Bruder), bevor er die Einladung bestätigte, dass wir bitte nicht so früh essen sollten. Abgemacht wurde dann, dass wir uns um 11 treffen. Na egal.
War also um 11 da. Das Essen war auch ganz lecker, hab aber auch relativ wenig gegessen. Das Mädchen war total nett, sie hatte vor 7 Jahren einige Jahre mit ihrer Familie in Deutschland gelebt und konnte immer noch ziemlich gut Deutsch. Werde mich wohl öfter mal mit ihr treffen, wenn sie mit Studieren anfängt.
Als ich nach dem Essen wieder nach Hause fuhr, waren die Leute, die die Klimaanlage reparieren sollten, doch tatsächlich pünktlich da gewesen und Clemens hatte schon angefangen, die Möbel, die IKEA geliefert hatte, zusammen zu bauen. Endlich konnten wir anfangen, uns richtig heimisch zu fühlen und endlich mussten wir nicht mehr aus dem Koffer leben! Ein schönes Gefühl. Gestern abend haben wir dann noch spontan Shengjie eingeladen, um ein wenig mit uns zu feiern. Dazu haben wir Taiwan Beer getrunken und DVD geguckt. Sehr netter Abend. Shengjie war auch so nett, mir seine Gitarre zu leihen (er meinte, er kann eh nicht spielen). Hatte mich schon total drauf gefreut, mal wieder zu spielen, aber leider riss beim Stimmen die letzte Seite....hatte ein leichtes China-Déjà-Vu....jetzt muss ich heute erstmal einen Gitarrenladen suchen, um die Gitarre auch benutzen zu können.

Soviel erstmal zum Aktuellen. Mir fiel gerade auf, dass ich noch einiges nachtragen muss, was wir sonst noch so unternommen haben.
Letzten Mittwoch waren wir nämlich noch zum Registrieren in der Uni. Nachdem wir dort einige Formulare ausgefüllt hatten, mal wieder unser Reisepass kopiert wurde (ich will nicht wissen, wie viele Stellen am Ende meines Jahres hier Kopien von meinem Pass haben...) und wir einen vorläufigen Studentenausweis (ein Stück laminierte Pappe mit einem meiner hässlichen "muss-ich-jetzt-schon-wieder-so-ein-blödes-Automatenfoto-machen" Fotos drauf) bekommen hatten, wurden wir in ein sehr modernes Sprachlabor mit PCs und großen Kopfhörern geführt, wo wir einem Einstufungstest unterzogen wurden. Erstmal 70 Fragen mit Hörverständnis, Grammatik, Leseverständnis....ziemlich lang, das Ganze, aber ich glaube, ich hab gut abgeschnitten. Das Ergebnis ist auch nicht so wichtig, es dient lediglich dazu, dass man in einen Kurs kommt, dessen Niveau einigermaßen angemessen ist.
Als wir all das durchgestanden hatten, setzten wir uns noch kurz in den Da'an Forest Park, doch da es dort viel zu heiss war, gingen wir dann doch relativ schnell wieder zu Jamies Oma zurück. Da das Wetter an diesem Tag sehr klar war, beschlossen wir, abends noch einen Ausflug zum Taipei 101 zu machen, zu dem uns Shengjie begleitete. Die Aussicht von da oben (508 Meter) war einfach überwältigend. Ich hab ja schon einige hohe Gebäude besichtigt, aber Taipei 101 war schon noch was Anderes. Vor allem waren die Fensterscheiben ein wenig nach außen geneigt, sodass man fast senkrecht nach unten sehen konnte. Das verursachte schon ein wenig Schwindel, war es aber auf jedenfall wert. Die tausenden von Lichtern der Stadt...
Oben gab es dann noch Postkarten und kleine Briefkästen, sodass man von einem sehr hohen Ort aus Grüße an seine Lieben versenden kann. Haben wir natürlich auch gleich gemacht!

Nachdem wir am Freitagabend dann endlich in unsere neue Wohnung bzw. neue provisorische Wohnung gezogen waren, hatten wir Samstagabend irgendwie das Bedürfnis endlich mal wegzugehen. Also riefen wir Shengjie an, der trommelte einige Freunde zusammen und schon hatten wir eine Abendplanung. Zuerst brachte er uns zu einem Museum, das das alte Taipeh der 50er, 60er Jahre darstellte und im Keller eines Hauses untergebracht war (irgendwie scheint hier alles Interessante im Keller untergebracht zu sein...). Sie hatten dort richtig eine Art kleines Stadtviertel gebaut, mit alten Häusern, Gassen und Motorrollern, durch das man schlendern konnte, wie bei einer kleinen Zeitreise. Am Eingang bekam man zum Eintrittsticket dazu einige Coupons, mit denen man in historischen Geschäften Süßigkeiten von früher und ähnlichen Schnickschnack kaufen konnte. Wirklich nett gemacht! Shengjie stellte uns einige der früheren Süßigkeiten vor, die allesamt ziemlich ... na ja.... mekrwürdig schmeckten....aber ein lustiges Erlebnis war es auf jeden Fall!
Danach trafen wir uns mit Shengjies Freunden in einem japanischen Restaurant, wo wir uns nett unterhielten und uns danach noch zum Karaoke aufmachten. Dort gab es eine Riesenauswahl an chinesischen und taiwanischen Liedern und eine ziemlich kleine Auswahl an englischen Schnulzen und Pop-Balladen, sowie einiges von Britney Spears und Avril Lavigne. Macht nichts, wir hatten trotzdem unseren Spaß und bei einigen chinesischen Popsongs konnte ich sogar mitsingen :-) Die anderne gingen bei taiwanischen Schlagern (oder sowas) total ab und die Mengen an Taiwan Beer, die sie bestellten, hoben die ausgelassene Stimmung noch zusätzlich. Alles in allem ein sehr gelungener Samstagabend, der nach einer relativ billigen Taxifahrt so gegen 3 Uhr nachts endete.
So und damit dieser Post nicht allzu lang wird und wir heute nochmal aus unserer (zugegeben angenehm gekühlten) Wohnung rauskommen, schreibe ich ein andermal weiter. Also...Fortsetzung folgt!

ps. Fotos folgen auch noch...

Samstag, August 23, 2008

Umzug, doch nicht Umzug, Umzug woandershin...

Hallo alle miteinander. Der geneigte Leser, der täglich meinen hübschen Blog besucht, wird bemerkt haben, dass ich in den letzten Tagen keine neuen Posts hinzugefügt habe. In den letzten Tagen ist irgendwie einfach zuviel passiert.
Zunächst lief alles wie geplant. Der gute Shengjie war so nett, uns und unsere Koffer sowie diverse andere Tüten und Taschen (ja, wir waren bereits einkaufen) mit dem Auto abzuholen. Dann ist er noch mit uns zu einem riesigen Möbelgeschäft gefahren, um eine billige Matratze zu bestellen. Die richtige Größe war leider nicht da und so sollte zunächst eine kleinere provisorisch geliefert werden, damit wir erst mal in unserer Wohnung schlafen können. In der Wohnung angekommen, schalteten wir erstmal die Klimaanlage an und machten es uns mit eine wenig Musik gemütlich, als plötzlich die Klimaanlage zu tropfen begann...und zwar nach drinnen. Es wurde immer stärker, sodass wir sie schließlich ausstellen mussten und den Makler zu Hilfe rufen mussten. Mittlerweile war es schon unerträglich heiss im Zimmer geworden und das war es auch immer noch, als abends jemand kam, um die Anlage zu reparieren.
In der Zwischenzeit setzte Shengjie uns bei dem hiesigen IKEA ab, sodass wir die nötigsten Dinge besorgen konnten.
Am Ende des Abends wurde festgestellt, dass das Wasser nicht ablaufen kann, da das Rohr in der Wand wohl verstopft istund das Problem an jenem Abend nicht lösbar sei. Wir also wieder eine Tasche gepackt und zurück zu Jamies Oma, wo wir dann noch eine Nacht schlafen konnten.

Als wäre das nicht genug Aufregung und Generve, kam am nächsten Morgen die nächste Überraschung. Jamies Oma eröffnete uns, dass wir ihr für die Nutzung des Zimmers noch Geld schulden würden und zwar 4000 NT$, umgerechnet etwa 86 Euro für die 10 Tage. Wir waren erstmal baff, hatten wir doch die ganze Zeit angenommen, es sei ein Freundschaftsdienst, dass wir dort wohnen dürfen. Ansich hatten wir geplant, die Oma am Ende als Dank zum Essen einzuladen. Offenbar hatte Jamie es irgendwie vergessen, uns mitzuteilen, dass das Ganze etwas anders gedacht war.
Und wir waren noch extra sparsam mit allem umgegangen und extrem rücksichtsvoll gewesen...
Danach waren wir ziemlich sauer und die Stimmung war total im Eimer, sodass wir erst mal nur rumhingen uns gar nichts machten.

Die Techniker konnten auch erst wieder am Abend kommen, nur um nach eingehender Prüfung festzustellen, dass die Wand aufgerissen werden muss, um das Problem zu lösen. Da es schon 9 Uhr abends war, als die Techniker gingen, baten wir den Makler darum, irgendwo in der Nähe übernachten zu können, da die Wohnung von Jamies Oma eine halbe Stunde Busfahrt entfernt ist und wir nicht jeden Tag so weit fahren wollten, um die Reparaturarbeiten zu beaufsichtigen. Er rief den Vermieter an und dieser ließ uns netterweise im ebenfalls noch nicht vermieteten Zimmer nebenan schlafen, das fast genauso aussieht wie unsere Wohnung. Erleichtert schleppten wir unsere Sachen eine Tür weiter, bezogen die provisorische Matratze mit unserer tollen, neuen, grünen IKEA-Bettwäsche und schliefen, müde von den Anstrengungen des Tages ein. Endlich schlich sich ein Gefühl von eigener Wohnung ein...es war zwar nicht die richitge, aber immerhin...fast!
Heute kam der Vermieter noch aus seinem Wohnort etwas außerhalb der Stadt vorbei (heute wird gar nichts mehr repariert, weil Samstag ist...warum genau er vorbeikam, weiß ich irgendwie gar nicht^^) und brachte uns einen Wlan-Anschluss, da das Internet nur in unserer Wohnung nebenan installiert war, sodass wir es jetzt auch in der provisorischen Wohnung nutzen können. Er ist wirklich nett! Hat sich noch tausendmal entschuldigt, dass wir soviel Unannehmlichkeiten hatten und dass wir jetzt keinen Fernseher haben und alles. Bin jetzt aber einigermaßen zufrieden. Wenigstens haben wir endlich eine eigene Wohnung, denn nach der Sache mit dem Geld wollten wir auch irgendwie nicht mehr so wirklich zu Jamies Oma zurück...
So, jetzt seid ihr erstmal auf dem neuesten Stand. Fotos folgen, wenn wir in der richtigen Wohnung sind^^

Montag, August 18, 2008

我們有自己的家囉! Endlich eine eigene Wohnung!

Heyho allerseits. Wie ihr dem Titel sicher schon entnommen habt, haben wir eine Wohnung gefunden. Yaaay! Ist zwar nicht die guenstigste, aber ziemlich schoen und fuer den Standard hier auch relativ gross. Es ist ein grosser Raum mit hoher Decke, wo an der Seite eine Treppe zum Bett hochgeht (d.h. der obere Raum ist etwa so hoch, dass man Sitzen kann und nur zum Schlafen gedacht, aber sehr grosszuegig). Der untere Raum ist noch mal durch eine Glaswand unterteilt, sodass man unten quasi zwei kleine Raeume hat. Einen kleinen Balkon zum Waescheaufhaengen gibt es auch! Ausserdem ist alles nagelneu :-) Oben auf dem Dach gibt es sogar noch eine Terrasse, wo man liegen und sitzen kann und einen super Ausblick hat. Von unserer Wohnung ist der Ausblick auch nicht uebel...immerhin 10. Stock. Es gab noch eine andere im 15. Stock, die einen suuuper Ausblick hatte, aber die war leider ein bisschen kleiner...das Ganze kostet uns dann so um die 500 Euro im Monat (also pro Person etwa 250-270), je nachdem, wie viel Strom und Wasser wir verbrauchen.
Am Donnerstag ziehen wir ein ^__________^
Shengjie hatte die ganzen Wohnungen fuer uns rausgesucht, dank ihm haben wir jetzt endlich eine gefunden.

Abends waren wir noch mit ihm und seiner aelteren Schwester beim Bowling. War superlustig, weil Clemens und ich so wahnsinnig schlecht gespielt haben haha^^ Bei der zweiten Runde ging es dann einigermassen. Danach waren wir noch beim Billard, ein wirklich netter Abend! Shengjie und seine Schwester waren auch echt lustig drauf, macht Spass, mit den beiden wegzugehen. Zum Glueck redet Shengjie auch einigermassen viel, sodass man immer gut ueben kann ;-)
Soweit erstmal. Fotos von unserer neuen Bleibe folgen, sobald wir eingezogen sind und das dortige Internet nutzen koennen (sprich mit dem eigenen PC ins Internet). Bleibt gespannt^^

Heute mussten wir dann erstmal massig Geld abholen, um die erste Miete, die Kaution und alles zu hinterlegen....schade nur, dass die Mitarbeiter der citibank Taiwan absolut unfaehig sind und nicht mal wissen, wie ihre eigenen Automaten funktionieren...aber dazu spaeter mehr, wir muessen jetzt los. Vertrag unterschreiben usw....

Donnerstag, August 14, 2008

逛逛 ~ Shopping

Nachdem wir gestern einen Grossteil des Tages mit Warten in der National Immigration Agency (fuer meine Aufenthaltsgenemigung, die ich jedoch, wie ich erfuhr, erst bekomme, wenn ich einen festen Wohnsitz habe) und Wohnungssuche verbracht haben...oh und mit Schwitzen, gestern war es unglaublich schwuel....sind wir heute endlich mal zum Shoppen gekommen :-)

Am fruehen Nachmittag haben wir erstmal noch eine Wohnung besichtigt. Die Gegend war total schoen und ruhig und auch nah bei der Uni, aber leider war die Wohnung sehr alt und nicht besonders schoen. Wohnungen mit zwei Zimmern, wie wir eigentlich wollten, scheint es kaum zu geben, die meisten sind ein grosser Raum mit Bad oder eben viel zu gross und teuer. Spaeter haben wir dann einen Kumpel (Shengjie, sprich Shoengdjie) getroffen, den ich noch von der Summer School an der Uni Hamburg vom letzten Jahr her kannte, der uns bei der Wohnungssuche geholfen hat. Wir sind zu einem Makler gegangen und haben dann eine Wohnung angesehen, die superschoen war. Das Gebaeude war total neu und mit Sicherheitspersonal und die Wohnung (leider auch nur ein grosser Raum) superschoen! Alles total modern und neu, ein riesiges Bett und ein Ausblick, der schon tagsueber traumhaft war, aber bei Nacht mit alle den Lichtern wunderschoen sein muss. Leider ist die Wohnung ziemlich teuer, insgesamt ungefaehr 530 Euro im Monat. Das wuerde unser Budget nicht unbedingt sprengen, waere aber schon etwas mehr, als urspruenglich geplant. Vielleicht koennen wir den Preis ja noch etwas weiter druecken (haben ihn naemlich schon bisschen runtergehandelt hehe), mal sehen.
Na ja, danach waren wir noch Eis essen, auf taiwanische Art: Eis, das von einem grossen Eisblock gekratzt wird (also mit einer Maschine) und dann mit Sossen oder Fruechten garniert wird. War sehr lecker, nur leider ein bisschen viel^^ Unser Kumpel hat sich dann noch mit einem anderen getroffen, um ein Baseballspiel zu gucken (heute spielt naemlich Taiwan gegen Japan, Baseball ist hier ganz gross) und wir sind dann auf den Shilin Nightmarket gefahren, um endlich mal zu shoppen haha^^
Der Nightmarket war riesig und alles voll mit Staenden mit guenstigen Klamotten, Schuhen, Taschen, Krimskrams etc. Haben uns erstmal mit Sachen eingedeckt^^ Der Markt war so gross, dass man am Ende gar nicht mehr wusste, wo man hingucken sollte, weil es einfach zu viele Sachen gab. Es war wunderbar :-)
Abendessen gabs heute bei einem Pasta-Restaurant bei uns gegenueber. Scheint neu aufgemacht zu haben, die Besitzerin hat sich so ueber Besucher gefreut und war total nett zu uns. Da werden wir sicherlich noch oefter essen. Am Ende hat sie uns noch selbstgemachten Nachtisch gegeben, aber die Konsistenz von dem eigentlich ganz leckeren Pudding konnte ich echt nicht runterbringen. Irgendwie total glibbrig....die Nudeln waren aber super und auch mit richtigem Kaese ueberbacken!
So, jetzt ist langsam Bettzeit. Ich werd mich mal zu Clemens setzen und mit Baseball gucken. Schreibt mir doch mal.... :-)

Dienstag, August 12, 2008

Angekommen

So. Wie schon angekuendigt, bin ich jetzt in Taiwan, genauer gesagt in Taipeh, der Hauptstadt im Norden der Insel. Nach einem 13stuendigen Flug (man darf jetzt offensichtlich ueber China fliegen, also spart man eine Stunde) kamen wir etwas erledigt an und fuhren dann mit dem Bus in die Stadt, da der Flughafen ein wenig ausserhalb liegt. Beim Verlassen der Flughafentuer schlug einem wie erwartet das schwuele Wetter entgegen...aber man gewoehnt sich ja an alles.
Vom Flughafen aus wollten wir Jamies Oma anrufen, bei der wir erstmal fuer einige Tage wohnen werden, damit sie uns von der Bushaltestelle abholt. Leider haben wir es selbst nach mehreren Versuchen nicht geschafft, das oeffentliche Telefon zu benutzen (da muss es einen Trick geben!), aber zum Glueck hat uns unsere Sitznachbarin aus dem Flugzeug ihr Handy geliehen, sodass dann doch noch alles nach Plan verlief!


Jamies Oma hat uns sehr lieb empfangen, uns erstmal ein wenig von der Gegend gezeigt, wo man gut essen kann usw...und uns sehr ausfuehrlich erklaert, wie man die 3 Millionen Schloesser an der Tuer oeffnet....weil es hier so viele "boese Menschen" gibt, wie sie sich ausdrueckte haha
Da es bei unserer Ankunft frueher Morgen in Taipeh war, mussten wir also noch den ganzen Tag ohne Schlaf zubringen...naja, fast ohne Schlaf. Mittags haben wir uns dann doch etwas hingelegt....ETWAS....
Am spaeten Nachmittag sind wir dann noch ein bisschen draussen rumgelaufen und haben die Gegend erkundet. Ueberall sind kleine Geschaefte und Restaurants, wirklich nett. Und mit einer Karte findet man sich auch einigermassen zurecht, auch wenn einfach mal jede Kreuzung absolut gleich aussieht....zumindest auf den ersten Blick. Nachts sieht es ausserdem dank der uebertrieben massenweise angebrachten Leuchtreklamen nochmal ganz anders aus. Hab mich dann gestern erstmal mit neuen Turnschuhen eingedeckt (6 Euro!!), weil meine alten den ersten Nachmittagsregen nicht ueberstanden hatten.
Jamies Oma ist wirklich lieb und sehr entspannt. Sie hat uns einfach einen Schluessel gegeben und meinte, wir koennen machen, was wir wollen. Kein gekuensteltes "Unbedingt-irgendwas-Tolles-zeigen-muessen" oder Aehnliches. So koennen wir in Ruhe die Stadt erkunden, wie wir moechten. Die Wohnung ist uebrigens riesig...ein halber Palast. Unser Zimmer (das von Jamies Vater) ist auch echt nicht uebel und das Bett ist total gross. Hier koennte ich es auch durchaus laenger aushalten :-)
Die Taiwaner scheinen auch ein wenig an Auslaender gewoehnt zu sein. Ich dachte, man waere hier voll die Attraktion, aber man kann ganz normal durch die Gegend laufen, ohne dass man angestarrt wird und sogar in Geschaefte gehen, ohne dass sie einem sofort den halben Laden verkaufen wollen. Sehr angenehm :-)
Heute haben wir dann nach einem kleinen Fruehstueck aus einem der ueberall omnipraesenten 7 eleven 24-Stunden-Laeden weiter die Gegend erkundet und einige Sachen gekauft. Hab mir auch erstmal einen Sonnenschirm zugelegt, den hier alle Taiwanesinnen wegen der Sonne haben. Fuehl mich schon richtig einheimisch! In Hamburg wuerd ich mir total dumm vorkommen, bei Sonnenschein mit einem Schirm rumzulaufen, aber hier ist es irgendwie voellig normal. Na ja, andere Laender, andere Sitten und so...
Heute nachmittag werden wir uns mal unsere zukuenftige Uni ansehen und nach Wohnungen suchen.
Soweit erstmal von meinem Leben in Taipeh. Schreibt mir Kommentare :-)