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Freitag, Juni 12, 2009

Besuch aus Deutschland ~ Episode 1

Nachdem Clemens und ich uns auf Penghu ausgiebig erholt hatten, ging am Samstag, den 4. März, noch bevor wir aus Penghu zurück waren, das volle Programm los. Clemens' Eltern Christoph und Gisela kamen zu Besuch! Die ganze Reise war ein wenig spontan geplant gewesen und so kamen seine Eltern am Vormittag an, wo hingegen wir erst gegen Abend aus Penghu zurück waren. Da die beiden jedoch in einem guten Hotel mit Abholservice untergebracht waren, verlief alles reibungslos und so konnten wir seine Eltern direkt am Abend in die taiwanische Küche einweisen und gingen in einem kleinen Lokal um die Ecke essen. Clemens' Eltern waren sofort von dem Essen angetan (es gab unsere geliebten 牛肉卷餅, eine Art Wrap mit Rindfleisch, Gurken und Zwiebeln, mit einer wahnsinnig leckeren Soße bestrichen!) und hatten somit gleich einen guten Eindruck von ihrem Reiseziel.
Am nächsten Tag begannen wir langsam mit einer Sightseeing-Tour und zeigten den beiden als erstes die Chiang Kai-Shek Memorial Hall und den dazugehörigen Platz, der vor einigen Jahren in "Platz der Freiheit" umbenannt wurde. Die Konzerthalle und die Theaterhalle, beide Gebäude im traditionellen chinesischen Stil erbaut, schauten wir uns ebenfalls an, sowie einige Ausstellungen im Inneren der Gedenkhalle und den Park dahinter, der Clemens und mir vorher noch nie so richtig aufgefallen war. Neben dem mit Nadelgewächsen gesäumten Parkweg wuchsen einige exotische Pflanzen und ich war immer wieder überrascht, von wie vielen Pflanzen Gisela den Namen kannte...
Irgendwann bekamen wir Hunger und nachdem wir uns in einem Ramen-Nudelrestaurant den Bauch vollgeschlagen hatten, hängten wir nach einem kurzen Verdauungsspaziergang noch einen Besuch bei Coldstone ran, denn das leckere Eis konnten wir Christoph und Gisela auf keinen Fall vorenthalten!!
In den darauffolgenden Tagen besichtigten wir gemeinsam einige Sehenswürdigkeiten Taipeis, unter anderem das immer wieder beeindruckende Grand Hotel, wo Clemens und ich von seinen Eltern zu einem exquisiten Teetrinken eingeladen wurden, während der Himmel sich draußen in einem unglaublichen Regenguss entlud. Weitere Ziele waren der berühmte Shilin-Nachtmarkt, auf dem ich mir an dem Tag eine unglaublich niedliche Ponyo-Handpuppe kaufte^^ und natürlich der Xinyi-Distrikt mit den umliegenden Einkaufstempeln und dem eslite-Riesenbuchladen. Vor allem Gisela stürzte sich freudig in die bunte, schillernde Einkaufswelt des Viertels und kam mit einigen "Schätzen" wieder ins Hotel zurück. Da in einem der Kaufhäuser gerade Ausverkauf war, konnte Christoph, der in aller Eile seine Hemden zu Hause vergessen hatte, auch noch einige gute Schnäppchen in einem Marken-Hemden-Verkauf ergattern. Gegen Ende des Bummels machten wir Halt bei "Café Grazie", einem italienischen Restaurant mit richtig gutem italienischen Essen, wo wir uns richtig die Bäuche vollschlugen und zu unserer Freude dann auch noch von Clemens' Vater eingeladen wurden. Danke nochmal an dieser Stelle... :-)

Zufrieden geshoppt ging es am Tag darauf auf Giselas Vorschlag hin mit der Regionalbahn nach Yingge (鶯歌), die Stadt der Keramik. Das dortige Keramik-Museum war super interessant und obwohl das Wetter geradezu perfekt war, um draußen herumzuwandern, verbrachten wir fast den ganzen Nachmittag in dem Museum, wo abgesehen von ausgestellten Keramik-Kunstwerken eines kürzlich stattgefundenen Wettbewerbs, ausführlich der Herstellungsprozess von Töpfer- und Keramikwaren erklärt und die Geschichte der Töpferei in Taiwan dargestellt. Ich hätte am liebsten alle Schilder gelesen und mir jedes der liebevoll ausgestellten Stücke genau angesehen, doch wir hatten ja noch einige andere Ziele in der Stadt und so ging es nach einiger Zeit weiter in Richtung "Alte Straße"* von Yingge. Die Wegweiser waren alle ein wenig irreführend und nach langem Suchen und Hin- und Herlaufen entdeckten wir endlich ein Schild, das diesmal auch wirklich in die richtige Richtung deutete. Auf der Suche entdeckten wir noch ein Geschäft, das traditionelle, chinesische Kleidung im Sonderangebot hatte und da konnten Gisela und ich natürlich nicht an uns halten und mussten uns direkt mit schicken, chinesisch geschnittenen Blusen eindecken. Die Verkäuferin war sehr nett und erzählte uns natürlich auch gleich, wo ihr Sohn studiert und was der Rest ihrer Familie so macht und am Ende gingen wir mit vollen Tüten und leerer Geldbörse glücklich aus dem Laden.
Die Alte Straße schien gerade noch restauriert zu werden, zumindest waren viele Leute emsig dabei, ein Kopfsteinpflaster zu legen. Die Läden am Rande der Straße hatten leider größtenteils schon geschlossen, doch einige schöne entdeckten wir dennoch.
Ein wenig müde ging es dann gegen Abend wieder zurück nach Taipei.

Am nächsten Tag, einem Samstag, hatten wir einen großen Ausflug geplant: Christoph und Gisela hatten die Taiwan-Karte studiert und an der Nordküste viele Ecken entdeckt, die sicher einen Besuch lohnen würden. Da jedoch viele Orte nur mit dem Bus und sehr umständlich zu erreichen sind, beschlossen wir am Ende, einen Taxifahrer zu mieten, der uns dann zu einem bestimmten Stundenpreis um das Nordkap fuhr. Doch bevor es losging, genossen wir noch gemeinsam bei uns zu Hause ein Osterfrühstück, denn es war ja schließlich Ostern! Davon merkte man in Taiwan zwar wenig bis nichts, doch wir gaben uns alle Mühe mit von Gisela mitgebrachten Dekorations-Eiern und -Hasen den Frühstückstisch ein wenig österlich zu gestalten. Es gab lecker Rührei und Brot und da Clemens' Eltern uns mit einem Glas Samba und einem Glas (selbst gemachten!) Honigs beglückt hatten, wurde das Frühstück ein wahrlich frugales Mahl (um es mit Clemens' Worten zu sagen...).
So gesättigt, stand unserem Ausflug dann nichts mehr im Wege.
Unser erster Halt war die kurz hinter Danshui gelegene Bucht des "flachen Wassers" (淺水灣), wo Clemens und ich im letzten Jahr einige Mal schwimmen gewesen waren. Es war windig und schön, doch zum Baden war leider keine Zeit, denn wir hatten noch viele Ziele vor uns. Die nächste schöne Bucht war auch einen Halt und einige Fotos wert und dann ging es weiter zum nördlichsten Punkt der Insel. Der Fahrer, den wir gemietet hatten, war offensichtlich selbst noch nicht dort gewesen und ließ es sich nicht nehmen, auch einige Fotos zu schießen und sich mit uns fotografieren zu lassen. Von einer leichten Erhöhung aus hatte man einen tollen Blick auf das von Wind aufgewühlte Meer und die Küste, inklusive der dicken Wolken, die über uns heranrollten, sich aber zum Glück nicht abregneten. Bevor wir weiterfuhren, zerstörte unser Fahrer beim Versuch, besonders elegant aus der Parklücke zu kommen, erstmal den halben Unterboden seines Wagens, was die Stimmung im Auto für einige Zeit etwas drückte. Doch als wir den Yeliu (野柳) Küstenpark erreichten, begleitete er uns wieder besser gelaunt in den dortigen Naturschutzpark. Da wir uns einen Samstag für unseren Ausflug erkoren hatten, war der Park einigermaßen gut besucht, jedoch noch in erträglichen Maßen. Angelegte Wege führten durch eine Allee zu einzigartigen Felsformationen, die das Meer im Laufe der Jahrhunderte dort schuf. Man durfte frei darauf herumlaufen, was einige schöne Fotos ermöglichte. Unsere letzte Station der Reise war Jilong/Keelung (基隆), wo der Fahrer uns absetzte, wir ihn bezahlten und uns auf den Weg zum berühmten Nachtmarkt von Jilong machten. Der Nachtmarkt war (wie so vieles in Taiwan) hauptsächlich bekannt für sein vielfältiges Essensangebot und so drängten wir uns durch die Menschenmassen (wie gesagt: Samstag...) und suchten uns etwas leckeres zu essen. In einer kleinen, nicht ganz so überlaufenen Gasse entdeckten wir schließlich ein kleines Lokal, das sehr leckeres Essen und vor allem Sitzplätze bot. Die Bedienung war sehr freundlich und herzlich und so genossen wir unser Essen nach diesem ereignisreichen Tag sehr. Abends ging es dann mit dem Bus zurück nach Taipeh.
Am Sonntag herrschte mal wieder strahlender Sonnenschein und wir entschieden uns zu einem Besuch der ehemaligen Residenz von Chiang Kai-Shek, welche von einem riesigen Park umgeben ist. Wie üblich, wenn Clemens und ich etwas besichtigen, war die Residenz selbst gerade wegen Umbauarbeiten gesperrt, der Park war jedoch auch ganz sehenswert. Viel Grün, viele Palmen und vor allem der Rosengarten und die Orchideenhäuser konnten Gisela sehr begeistern. Ich glaube, am liebsten hätte sie alle Orchideen mit nach Hause genommen haha^^. War aber alles wirklich sehr schön anzusehen und dank des schönen Wetters sogar noch mehr. Besonders gefallen hat mir auch ein Busch, der in Form eines Kopfes zurechtgeschnitten war und von hunderten von bunten Schmetterlingen umflattert wurde. Wow.
Den Rest des Abends verbrachten wir in Ximending, dessen jugendliche, pulsierende Atmosphäre auch Clemens Eltern mitzog, obwohl das Shopping-Angebot ausschließlich an Jugendliche gerichtet war. Passenderweise war um das historische, oktagonale Theatergebäude ein kleiner Markt mit Handwerkskunst aufgebaut, was einen runden Abschluss für den Tag bot.

Der nächste Tag hielt ob des klaren Himmels einen Besuch des Taipeh 101, des ehemals höchsten Gebäudes der Welt bereit. Der Besuch auf dem 101 war für Clemens und mich das zweite Mal, doch da wir dieses Mal vor Sonnenuntergang hoch fuhren, hatten wir die Gelegenheit, den einmaligen Ausblick bei Tag zu genießen! Die Berge zogen sich wie sanfte Mooshügel durch die Stadt während die Sonne langsam hinter ihnen verschwans, es war einfach unbeschreiblich schön. Nachdem wir die Aussicht genossen hatten, Unmengen von Fotos verschossen und uns auf der Outdoor-Aussichtsplattform den Wind um die Ohren wehen lassen hatten, schauten wir uns noch eine Ausstellung mit Korallen-Schnitzereien an, die zu der Zeit gerade lief. Einige der roten Korallen-Kunstwerke gehörten wohl zu den größten der Welt und waren wirklich sehr beeindruckend. Dies hielt die festländischen Reisegruppen natürlich nicht davon ab, trotz der großen Verbotsschilder "BITTE NICHT ANFASSEN" in fünf verschiedenen Sprachen, das größte Kunstwerk ausgiebig zu ertasten.
Wer liest schon Schilder....

Am Mittwoch entschieden wir uns für Danshui (淡水), ein kleiner Ort an der Flussmündung, der auch immer wieder einen Besuch wert ist (außer am Wochenende, wo sich halb Taipeh dort versammelt, von wegen Naherholungsgebiet und so...). Damit Clemens und ich auch mal etwas Neues von Danshui sahen, machten wir eine Bootsfahrt zum gegenüberliegenden Flussufer mit, was bei dem schönen Wetter wirklich Spaß machte. Auf der anderen Seite gab es einen schönen Wanderweg entlang des Flusses und ein kleines Stückchen Strand, woraufhin ich natürlich gleich meine Füßchen ins kühle Nass stecken musste, während die anderen sich im Schatten ausruhten. Da es wirklich ein klein wenig zu heiß war und der Wanderweg wenig bis gar keinen Schatten bot, machten wir uns bald auf den Rückweg und schauten uns das alte Fort von Danshui an, das im milden Abendlicht einige wirklich schöne Fotos erlaubte. Zum Abschluss planten wir noch ein gemütliches Essen in einem der Cafés direkt am Wasser, doch ein besonders schönes wollte uns offensichtlich nicht hereinlassen, denn obwohl kaum Tische besetzt waren, behaupteten die Angestellten immer wieder, alles sei reserviert (wohlgemerkt auch die Tische, auf denen kein "Reserviert"-Schildchen stand) und wollten uns auf einen ungemütlichen Tisch am Rande des Restaurants verweisen. So eine Behandlung wollten wir uns nicht gefallen lassen
und so verließen wir wütend das Restaurant und suchten uns in einem nahegelegenen Pasta-Restaurant einen Tisch, dessen leckere Nudeln uns für die unhöfliche Behandlung in dem vorherigen entschädigten.
Am Donnerstag blieben wir in Taipeh und führten Clemens' Eltern durch das niedliche "Taipeh-Storyland", das wir auch mit Sönke und Nina schon besucht hatten und das einen durch das Taipeh der 50er Jahre wandeln lässt, inklusive Kiosk, der Süßigkeiten und Spielzeug der damaligen Zeit verkauft. Es ist wirklich sehenswert!

Erstmal bis hierhin, sonst wird dieser Eintrag einfach viel zu lang...
Aber der nächste kommt bestimmt. Dann folgt noch unsere zweite Reise nach Kending und Gaoxiong, sowie eine Bergwanderung am Löwen-Kopf-Berg. Also bleibt dran :-)


Legende zu den Bildern:
1) Keramikarbeit aus dem Museum in Yingge
2) Straßenszene in Yingge
3) Das wahrscheinlich am schönsten gelegene Klohäuschen der Welt^^
4) Ich mit Ponyo am Strand
5) Nordküste
6) Clemens' Eltern in Yeliu
7) Nachtmarkt in Jilong
8) Clemens und sein Vater beim Essen bestellen
9) Schöne Allee in der CKS Residenz
10) Orchideen
11) Taipeh von oben
12) Das alte Fort in Danshui
13) Sonnenuntergang in Danshui

*Anmerkung: Viele historische Städte in Taiwan haben eine sog. "Alte Straße", was meistens eine Straße ist, in der die historischen Gebäude weitestgehend erhalten sind und die einen Besuch deswegen besonders lohnen.

Sonntag, Mai 31, 2009

Ausflug auf die Pescadores-Inseln 澎湖


Lange nichts mehr von mir hören lassen, ich gebs zu, aber irgendwie war ich in den letzten Wochen einfach zu faul. Da vieles von dem, das ich schreibe, schon eine ganze Weile her ist, kann ich nicht jeden Tag sehr ausführlich beschreiben, werde aber einen Eindruck der letzten Wochen geben und einige Highlights hervorheben :-)

1.April - 4. April Penghu

Zu Beginn möchte ich etwas über unseren Ausflug auf die Pescadores-Inseln (auf chinesisch Penghu 澎湖) schreiben, eine kleine Inselgruppe im Westen Taiwans.

Morgens gegen 9 Uhr ging unser Flug vom nationalen Flughafen Songshan im Norden Taipehs. Ein sehr kleiner, niedlicher Flughafen, dessen Flugzeuge auch allesamt eher klein ausfielen, so auch unseres. Der Flug verlief problemlos und das Wetter war frisch, aber sonnig, als wir knapp eine Stunde später am Flughafen Magong landeten. Die Pension, in der wir uns für 3 Übernachtungen eingemietet hatten, liegt in der Nähe der Hauptstadt Magong und somit nur eine kurze Autofahrt vom Flughafen entfernt. Die Pension hatte glücklicherweise einen Fahrer, der uns vom Flughafen abholte, nachdem wir uns noch am Infostand reichlich mit Prospekten und Landkarten eingedeckt hatten.
Unser Zimmer war sehr günstig, aber leider nicht ganz den Fotos im Internet entsprechend, die hell beleuchtete, neu eingerichtete Zimmer versprochen hatten. Unser Zimmer hingegen war in einer Art Wellblechhütte und hatte vor allem kein Fenster! Wenigstens war es mit einer Klimaanlage ausgestattet und so beschwerten wir uns zunächst nicht, denn sauber und ordentlich war es und hatte auch ein kleines Bad, dessen Fenster wir uns allerdings mit dem Bad der Nachbarn teilen mussten. Nun ja, aber es war eben preiswert! Nachdem wir uns ein wenig eingerichtet hatten, wollten wir uns eigentlich irgendwo Fahrräder mieten. Nach einer Weile Diskussion mit der im Kopf etwas langsamen Herbergsmutter bekam Clemens ihr Fahrrad geliehen, sie nahm mich mit auf ihren Roller und fuhr zu einem vermeintlichen Fahrradverleih. Da Clemens den Weg nicht kannte, sollte sie langsam vorfahren und er mit dem Rad hinterher. Problematisch war nur, dass sie nicht wirklich langsam fuhr und der arme Clemens kauum hinterherkam und nach der Fahrt dementsprechend erledigt war. Die Frau war eben nicht so sensibel, bekam das Problem offenbar gar nicht mit. Es hob unsere Stimmung nicht gerade, dass offenbar nirgends Fahrräder vermietet wurden, sondern lediglich motorisierte Roller, für die Clemens' deutscher Führerschein jedoch nicht gültig war. Ein internationaler hätte hergemusst. Doch nach langem Hin- und Hergefrage gaben wir unsere Suche nach einem Fahrrad auf und fuhren zurück zu der Pension. Wir erzählten der Frau, dass Clemens' Führerschein ja für den schwächsten Roller gültig wäre (was ja auch mehr oder weniger stimmte, konnte halt bloß keiner lesen außer uns) und sie nahm das offensichtlich nicht so genau und lieh uns einen knuffigen, kleinen Roller für 3 Tage. Clemens musste sich nach der Fahrrad(tor)tour erstmal ausruhen und so gingen wir zurück in unser Zimmerchen und setzten uns erstmal eine Weile hin. Ein Fernseher zur Entspannung war immerhin vorhanden!
Als nächstes wälzten wir unsere Reiseführer und fuhren erstmal zu einem nahegelegenen Strand, um das Inselklima zu genießen. Langsam und mit knapp 30 fuhren wir zunächst unsicher und mit Blick nach Polizisten am Rand der Straße entlang, doch mit der Zeit gewöhnte sich Clemens an den Roller und nach einer Weile fuhren wir schon genauso professionell wie die Taiwaner stolz mit unserem kleinen, orangenen Rollerchen durch die Gegend. Am Strand war es leider so windig, dass an erholtes Liegen aufgrund von Sandverwehungen nicht zu denken war und selbst Spazierengehen erwies sich ob des Windes als anstrengend. Von Baden ganz zu schweigen. Wir ließen uns nicht entmutigen und besichtigten einige Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgegend, wie etwa eine Nachbildung der CKS Memorial Hall in Taipeh und einige Militärfahr- und Flugzeuge, die in einem Park ausgestellt waren. Und natürlich schossen wir einige Fotos von der schönen Landschaft. Die frische Seeluft und die menschenleere Natur (Nebensaison!) war Balsam für die Seele und tat uns nach den stressreichen Wochen davor richtig gut. Einige aufregende Strandansichten und Fotos vom aufgewühlten Meer später, fuhren wir in die Stadt, wo erstaunlicherweise viel Polizei präsent war, für einen derartig kleinen Ort, die auch offensichtlich wenig besseres zu tun hatte, als abends durch die Straßen zu patroullieren. Zum Glück passierte uns nichts, doch die Angst, angehalten zu werden (als Ausländer ist man ja auch immer schon mal prinzipiell interessant) saß uns im Nacken, wenn wir mit dem Roller im Stadtgebiet unterwegs waren. Wir aßen ein wenig zu abend, schauten uns noch in der Nähe des Hafens einen alten Tempel und eine beleuchtete Brücke (die großen Touristenattraktionen der Stadt^^) an, ehe wir uns auf den Rückweg machten. Die frische Meeresluft hatte uns müde gemacht und so legten wir uns ziemlich bald schlafen.

Am zweiten Tag starteten wir eine große Erdkundungstour über die anderen Inseln der Inselgruppe, die alle durch Brücken verbunden waren, sodass man entspannt von einer Insel zur anderen fahren konnte. Unser kleiner Roller erreichte mit Rückenwind atemberaubende Spitzengeschwindigkeiten von 60 km/h! Gelegentlich machten wir halt, um schöne Aussichten zu fotografieren und kurz vor der längsten Brücke legten wir einen Stopp an einem kleinen Restaurant ein, wo es leckere Bratnudeln mit Meeresfrüchten gab. In der Umgegend des Restaurants befanden sich auch einige Touristenattraktionen, wie etwa ein Baum, der ein riesiges Dach überwucherte und so den Vorplatz zu einem Tempel beschattete. Unter dem Baumdach wurden lokale Süßspeisen und Souvenirs angeboten und wir probierten ein Eis, das aus einer lilafarbenen Kaktusfrucht hergestellt wird und typisch für Penghu ist. Es war knall-lila und schmeckte sehr lecker! Nach Besichtigung des Tempels und einigen alten Häusern (aus dem einen schaute plötzlich ein riesiges Schwein heraus und erschreckte mich fast zu Tode!) machten wir uns auf zur Bezwingung der Riesenbrücke. Da sie direkt übers Meer führte, war der Wind auf der Brücke noch stärker und blies uns fast von unserem kleinen Roller herunter!
Auf der nächsten kleinen Insel angekommen, schauten wir uns das im Reiseführer gepriesene "Whale Cave" an, wo zwar keine Wale zu sehen waren, der Legende nach jedoch mal ein Wal umgekommen sein soll. Mir gefiel die traurige Legende nicht besonders, das Whale Cave selbst allerdings, das wir nach einigem Suchen auch fanden, war sehr schön. Der Wind peitschte das Meerwasser durch das Loch, welches in weißen Flöckchen durch die Luft geweht wurde. Man musste sich regelrecht gegen den Wind stemmen, um nicht ins Meer geweht zu werden! So einen starken Wind hatte ich noch nie erlebt!!
Wieder in einem nahegelegenen Dorf angekommen, kauften wir noch ein paar Postkarten in einem Souvenirshop, ehe es weiterging zur nächsten Attraktion: einem alten Dörfchen, mit niedlichen Steinhäusern, das wirklich einen Besuch wert war! Eins der alten Häuser war so nett hergerichtet, dass man dafür ein wenig Eintritt zahlen musste, der einem von einer ganz alten, kleinen, blinden Omi abgenommen wurde, die ganz allein in ihrem Häuschen saß und auf Touristen wartete. Wirklich liebenswert! Das Häuschen hatte wirklich Charme und ließ einen erahnen, wie die Bewohner Penghus wohl mal gelebt haben. Die bunten Kacheln an den Wänden erinnerten uns ein bisschen spanische, bzw. portugiesische Architektur; ob da wohl die Portugiesen vor einigen hundert Jahren ihre Hand im Spiel gehabt haben?!
Auf dem Rückweg kamen wir an einem kleinen Aquarium vorbei, wo man sich die Wasserwelt Penghus anschauen konnte, das wir noch mitnahmen. Es war relativ klein, aber sehr liebevoll gemacht und eine nette Abrundung für den Tag. Nach dem vielen Rollerfahren tat uns auch ganz gut der Hintern weh und so unternahmen wir am Abend nichts mehr. Mit einigen Lebensmitteln vom Dorf-7/11 Supermarkt ausgestattet, verbrachten wir den Abend angenehm vor dem Fernseher bzw. Büchern.

Den dritten Tag verbrachten wir ein wenig entspannter, nahmen uns eine kleinere Tour vor. Zunächst sahen wir uns einen wirklich schönen Strand im Süden der Hauptinsel an, der den passenden Namen 白沙 Weißer Sand trug. Da wir angenommen hatten, es wäre genauso windig wie die beiden vorherigen Tage, hatten wir keine Badekleidung mitgenommen, bereuten es jedoch sofort. Überraschenderweise wehte kaum Wind, sodass es auch gleich um einiges wärmer wurde und das Wasser sehr zum Baden einlud. Wir begnügten uns dann damit, mit den Füßen im Wasser zu plantschen und den Strand zu genießen, was ebenfalls sehr schön war. Auf dem Rückweg kamen wir an einigen Tempeln vorbei, die allesamt riesig und prunkvoll waren. Wir wunderten uns, warum auf dieser kleinen Inselgruppe so wahnsinnig viele Tempel sind (in der Hauptstadt kam man auch alle 5 Minuten an einem vorbei) und wurden später darüber aufgeklärt, dass es ja auf Penghu sehr viele Fischer gibt, die natürlich alle Schutz bei den Göttern suchen, wenn sie lange auf dem Wasser sind.
Danach besuchten wir einen Ort, der mit im Wind pfeifenden Felsen gepriesen wurde. Die Felsen pfiffen leider überhaupt nicht, doch war das leise Plätschern des Meerwassers auf den ins Wasser ragenden Felsen so angenehm, dass wir für einige Zeit unsere Füße im Wasser kühlten und die Ruhe genossen. Lange hatten wir uns nicht mehr so entspannt gefühlt!

Am letzten Tag auf Penghu klapperten wir die Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt Magong ab, unter anderem ein alter Brunnen, eine alte Straße, ein alter Tempel und kauften noch einige Souvenirs an der großen Hauptstraße. Den Rest des Vormittags verbrachten wir mit Lesen und entspanntem Rumhängen am Strand, nachmittags gegen vier ging es dann auch schon zum Flughafen, wo der Fahrer der Pension uns netterweise noch einmal hinfuhr. Ein wirklich lohnenswerter Ausflug auf eine wirklich schöne Insel! Penghu ist vor allem in der Nebensaison, wo es kaum Touristen gibt, ein sehr schöner Ort für einen erholsamen Urlaub. Lediglich ein bisschen wärmer hätte es sein können, sodass man mehr im Meer hätte baden können. Aber insgesamt eine echt schöne Reise!

Legende zu den Bildern:

1) Flughafen 馬公 Magong
2) Clemens mit unserem Roller
3) Strand 隘門 Aimen
4) Stein mit dem Namen des Strandes
5) Militärflugzeuge, in einem Park ausgestellt
6) Clemens und ich an einem windigen Strand
7) Baumüberwuchertes Tempeldach

8) Das "Whale Cave"
9) Traditionelles Dorf
10) Schildkröten im Aquarium
11) Strand irgendwo auf Penghu

Montag, Januar 19, 2009

Heiße Quellen und schöne Natur

Ja, ich weiß, lange nichts mehr geschrieben... aber irgendwie bin ich, wenn ich von der Uni komme, auch froh, wenn ich mich ausruhen kann. Das ewige Vokabelnlernen und Lehrbuch anschauen schlaucht einen auf Dauer doch irgendwie, auch wenn es, verglichen mit dem Lernpensum an der Uni Hamburg noch vergleichbar wenig ist. Aber es ist eben auch wenig Abwechslung und man hat nie mehr als ein paar Tage frei, was irgendwie nicht so richtig zum Batterie-Aufladen reicht. Von daher geht die Motivation dann doch langsam ein bisschen verloren. Ich hoffe, dass es besser wird, wenn ich einen Literatur-Kurs wähle im nächsten Semester, dann hat man mal wieder was anderes als immer nur Lehrbuch.
So, aber eigentlich wollte ich was über unsere letzten beiden größeren Ausflüge schreiben. Direkt nach Silvester, wo wir dank Unterricht bis zum 31. 12. uns zu nicht viel mehr durchringen konnten, als das Feuerwerk auf dem Taipei 101 anzusehen, gönnten wir uns an Neujahr einen Tag Ruhe und am 2. Januar ein bisschen Erholung und zwar in den heißen Quellen von Xinbeitou (sprich: Hsin-bey-tou). Wir dachten uns, wenn schon Entspannung, dann richtig und so entschlossen wir uns dazu, anstatt uns mit dutzenden von Taiwanern und dicken Ausländern in den öffentlichen heißen Quellen zu tummeln, einen privaten "Heiße-Quellen-Raum" in einem Hotel zu mieten. Dieser war zwar ein bisschen teurer, bot dafür aber ausreichend Luxus für ein entspanntes Bad. Trotz der Menge an reichen Bonzen-Familien, die sich offensichtlich über Neujahr in dem Hotel einbuchen wollten (ja ok ich bin ja schon ein bisschen neidisch), kamen wir relativ bald dran und wurden zu einem Raum geführt, in dem es neben der obligatorischen steinernen Wanne mit drei Wasserhähnen (heißes, kaltes und Heiße-Quellen-Wasser) noch einen Tisch, einen weiteren Schminktisch mit großem Spiegel und frischen, weißen Handtüchern, sowie eine Dusche mit Höckerchen gab. Wir hatten den Raum für eine Stunde gemietet, was gerade reichte, um den empfohlenen Badegang durchzuführen. Den hatten wir uns im Internet vorher angesehen, denn in den heißen Quellen baden will gelernt sein. Ähnlich wie bei einer Kneipp-Kur geht man zunächst in nicht ganz so heißes Wasser (ca. 37 Grad) für einige Minuten, dann geht man wieder raus, um sich ein wenig abzukühlen. Beim nächsten Gang wird das Wasser ein wenig heißer gemacht und wieder geht man langsam rein und nach einigen Minuten wieder raus. Das kann man dann mehrmals hintereinander machen, ehe man sich duscht und wieder anzieht. In der Badewannee schwimmt dann noch ein kleiner hölzerner Waschbottich, mit dem man sich das heiße Wasser über die Schultern gießen kann, denn mit dem ganzen Körper in das Wasser gehen ist nur sehr kurzfristig auszuhalten und auch nicht so gesund, denn das Wasser ist schon sehr heiß. Das Ganze ist dann entspannend für Körper und Geist und hilfreich bei Kreislaufproblemen. Falls ihr euch für mehr Details zum Baden in heißen Quellen interessiert, könnt ihr die ganze Prozedur hier nachlesen (auf Englisch). Mehr über Xinbeitou bzw. Beitou (Xinbeitou scheint ein Vorort von Beitou zu sein) und die heißen Quellen dort könnt ihr in diesem Artikel der China Post nachlesen. Die Besonderheit der Quellen in Xinbeitou ist, dass es Schwefelquellen sind, deren Wasser ein wenig trüb ist und eben nach Schwefel riecht. In den Quellen, in denen man badet, ist der Geruch natürlich sehr schwach, aber an manchen Orten in Xinbeitou riecht es schon ziemlich stark nach Schwefel. Noch mehr über Xinbeitou habe ich über unseren ersten Besuch dort in diesem Post geschrieben :-)



Nach dem Bad in den Quellen fühlten wir uns sehr entspannt und gingen erstmal in einem nahe gelegenen Sushi-Express gemütlich Sushi essen, das auf einem Band vor uns vorbeilief.
Sehr angenehmer Tag und noch dazu bei strahlendem Sonnenschein! Nach dem Tag fiel der ganze Unistress erstmal für eine Weile von uns ab. An dem Wochenende kam auch noch Shengjie nach Taipei, sodass wir mal wieder eine gute Gelegenheit hatten, abends wegzugehen. Wieder aßen wir Sushi, diesmal jedoch in einem etwas teureren und exklusiveren Restaurant, wo wir uns auch nicht komplett satt aßen, da das dann doch unser Budget gesprengt hätte.... lecker war's aber und man konnte den Köchen noch direkt bei der Arbeit zusehen, wirklich nett! Danach sahen wir uns noch im nahe gelegenen Breeze Center (ein Einkaufszentrum) die große Auswahl an ausländischen Biersorten an, von denen Shengjie uns erählt hatte, kauften einige überteuerte westliche Lebensmittel (Birnensaft!!! Von Granini!!! Er war so lecker....) und dann war unser schönes viertägiges Wochenende auch schon wieder vorbei :-( Hatte ich eigentlich erwähnt, dass sich die taiwanische Regierung ausgedacht hat, dass wir den einen Brückentag in der Uni nachholen mussten, sprich, 10 Tage lange 10 Minuten länger Unterricht machen, um die "verlorenen" 90 Minuten des einen freien Tages aufzuholen? Andernfalls hätten wir nämlich (das war ursprünglich die tolle Idee der Regierung) einen Samstag im Januar zur Uni kommen müssen, um eben jene 90 Minuten nachzuholen. Die spinnen echt in der Regierung.... denken sich auch dauernd neuen Scheiß aus, um die ausländischen Studenten zu schikanieren. Na ja. Wo war ich? Ach ja.


Unser zweiter netter Ausflug der letzten Zeit war gerade gestern. Schönes Wetter und dazu noch an einem Sonntag, das mussten wir doch mal wieder für einen Ausflug in die Umegegend Taipeis nutzen. Und so entschieden wir uns für Wulai (sprich: U-lai), ein Ort, den ich noch von meinem ersten Aufenthalt hier kannte und der neben einem kleinen Dorf, das fast ausschließlich aus Souvenirläden und Restaurants besteht, eine sehr schöne Landschaft aufweist. Wulai liegt nämlich in den Bergen und schon allein die ruckelige Hinfahrt mit dem Bus von der MRT Station Xindian aus bietet einem wirklich schöne Ausblicke auf die umliegenden Berge, die in der Ferne vom Dunst immer heller werden, einen See mit grünem Wasser und den in den See mündenden Bergfluss, der auch durch Wulai selbst fließt. In Wulai kann man dann mit einer Mini-Bergbahn für Touristen einige Minuten den Berg hochfahren und direkt vor einem Wasserfall aussteigen, der schön ist und trotz seiner geringen Größe zur Touristenattraktion gemacht wurde (sprich Souvenirstände und Restaurants wo man hinsieht). Die ersten Kirschblüten fingen schon an zu blühen und boten somit ein paar hübsche Fotomotive von dem Wasserfall. Ich vergaß zu erwähnen, dass es in Wulai eine ethnische Minderheit gibt, die Atayal, deren Kunsthandwerk und traditionelle Kleidung u.ä. in den Souvenirläden verkauft wird und deren Mosaike und Schnitzereien an vielen Brücken in und um Wulai zu sehen sind. Clemens war fast versucht, einen Morgenmantel in Atayal-Farben (hauptächlich rot) zu kaufen, konnte sich dann aber doch nicht wirklich entscheiden und so gingen wir weiter zu einem Park, der in einer Karte, die wir im Tourismus-Center in Xindian noch in die Hand gedrückt bekamen, als schön beschrieben wurde. Leider führte bloß eine Autostraße mit einem sehr schmalen Fußweg direkt am Berghang dorthin und da die Karte nur schematisch war, waren wir uns über die Entfernung nicht ganz sicher. Frohen Mutes wanderten wir trotzdem erstmal los und zu unserer Erleichterung sagte eine Passantin, bei der wir uns erkundigten, dass es wirklich nicht mehr weit sei. Der Park war eigentlich mehr ein Weg für Fußgänger, der jedoch an einigen schönen Wasserfällen entlangführte und schöne Aussichten auf die umliegenden Berge und den Fluß im Tal bot. Allein die Brücke über das nicht gerade flache Flußtal zu dem Park, der auf der anderen Seite war, war sehr sehenswert.
Am Ende des Parks erreichten wir, wie auf der Karte beschrieben, einen kleinen Ort, von wo aus wir hofften, ein Taxi zurück nehmen zu können, da es langsam spät wurde und wir den ganzen Weg nicht nochmal zurück gehen wollten. Leider war der Ort aber so klein, dass es neben einer Schule, einigen Wohnhäusern, einem Restaurant und einem Gemischtwarenladen nicht viel gab und vor allem keine Taxis (außer ein, zwei schon besetzte). Ratlos fragten wir einige Menschen vor dem Laden nach einem Taxi und ein betrunkener Rollerfahrer wies auf einen Mann, der neben einem Auto stand: "Mein Kumpel hier nimmt euch mit, der fährt eh runter". Alleine wäre ich bestimmt nicht bei einem fremden Mann m Jogginganzug in dessen einigermaßen teuer aussehenden Auto mitgefahren, aber da Clemens dabei war, stiegen wir dankbar in das Auto ein und konnten während der Fahrt den Schlangenlinien fahrenden Rollerfahrer beobachten, zu dem unser Fahrer nur trocken bemerkte "es ist erstaunlich, der trinkt immer so viel, aber fällt trotzdem beim Fahren nicht um". Weiterhin erzählte er uns noch, dass er von den Atayal ist, die hier wohnen und dass die Kirschblüten im Februar und März viel schöner seien und er uns zu einem Ort mit besonders schönen Kirschblüten bringen würde, wenn wir nochmal nach Wulai kämen. Wirklich nett!! Ein Glück, dass wir den gerade getroffen hatten... In Wulai angekommen, gab er uns noch seine Nummer und seinen Namen und meinte, wir sollten in auf jeden Fall anrufen, wenn wir nochmal kommen und wenn er Zeit hätte, würde er uns ein wenig die Gegend zeigen. Wir verabschiedeten uns dankbar, kauften uns noch etwas zu essen und zu trinken und warteten auf den Bus für die Rückfahrt. Mittlerweile waren wir beide sehr müde und geschafft und froh, nach der insgesamt einstündigen Fahrt wieder zu Hause zu sein. Wir schafften es gerade noch, einen halben und einen Spielfilm zu gucken und eine Nudelsuppe zu essen, ehe wir ins Bett fielen.

Oh und was auch noch erwähnenswert ist: Am Samstag waren wir in Wufenpu (sprich: u-fönn-puh), einem riesigen Klamottenmarkt, der auch gleichzeitig eine Art Klamotten-Großhandel für sämtliche Händler ist, die auf den Nachtmärkten Taipeis Klamotten verkaufen. Wirklich groß und teilweise um einiges günstiger als auf den Nachtmärkten, die ja auch schon recht günstig sind. Clemens und ich fühlten uns schon nach wenigen Minuten reizüberflutet, schafften es aber dennoch, uns mit günstigen Klamotten einzudecken, in meinem Fall unter anderem eine langersehnte Röhrenjeans in hellem Lila (auf einigen der Fotos zu sehen), die sogar tatsächlich passte! Das freute mich sehr, denn da man die Sachen dort nicht anprobieren kann, hätte ich sie sonst ganz umsonst gekauft gehabt. Wenn die neuen Sommersachen kommen, muss ich da auf jeden Fall nochmal hin *irres Glänzen in den Augen*. Erfreulicherweise gab es dort endlich auch mal eine ansehnliche Anzahl an Läden, die Männermode verkaufen, sodass auch Clemens sich nicht langweilen musste. Auf vielen Nachtmärkten ist Männermode nämlich wirklich rar, weil Mädchen wohl einfach die lohnenswerteren Kunden für Kleidung sind....

So. Das war's erstmal für heute. Schreibt mir Kommentare :-)
(Ja, auch ihr, Eltern....seid nicht so faul...man muss nur einmal auf "Kommentare" klicken und schon geht es....los....traut euch....)

ps: Die Fotos sind alle aus Wulai, das erste oben links zeigt den berühmten Wasserfall mit ein paar Kirschblüten davor, das zweite mich auf der oben erwähnten Brücke über das Flusstal, das dritte den Blick aus der kleinen Touristen-Bergbahn, das vierte den sehr interessanten Namen von einem der Wasserfälle, auf dem danach stehe ich einfach auf einer Treppe im Ort Wulai (als Reminiszenz an meinen ersten Besuch dort, wo ein ähnliches Foto entstand) und danach folgen noch drei Ansichten von Wulais schöner Landschaft.